Aktuelle Reisereportagen 2022-23 im Magazin TOURENFAHRER 


In der Dezember-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Türkei / Türkische Ägäis und Mittelmeerküste:

 

»Turkish Travels 2.0«

- Teil 2: Touren, Träume & Theater -

 

Wenn der Frühling im südlichen Abschnitt der türkischen Ägäis und an der Mittelmeerküste Lykiens zum Leben erwacht, beginnen Filmemacher zu schwärmen.

Im zweiten Teil ihrer »Turkish Travels 2.0« touren Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) durch eine grüne Türkei und erleben bunte Träume zwischen Gegenwart und Geschichte.

 

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Wuchtige Wand: Hinter der Passhöhe des Sinekçebeli erzählen die weißen Höhen des Akdağ-Gebirges von einem langen lykischen Winter.
Wuchtige Wand: Hinter der Passhöhe des Sinekçebeli erzählen die weißen Höhen des Akdağ-Gebirges von einem langen lykischen Winter.

Vom antiken Milet zur Halbinsel Reşadiye
Der Frühling ist angekommen. Die langen Schatten einer warmen Nachmittagssonne auf den Ruinen des antiken Milet sind wie eine wohlige Vorahnung, tauchen das Schwemmland des »Balat Ovası« in ein fast übertrieben wirkendes Kinemacolor. In der Luft hängt der Geruch von Frühblühern, vorwitzigen Oleander- und Ginsterbüschen und endlich ist das Kameradisplay einmal restlos zufrieden. Der kontrastlose Küstendunst und das filmfeindlich fahle Oberlicht vergangener Tage haben sich weit aufs Meer zurückgezogen und mit dem endlosen, fast noch menschenleeren Strand von Altınkum kriecht in der Bucht von Akbük zum ersten Mal ein verstohlenes »Urlaubsgefühl« unter die Endurojacken.

Triumphal: Das dreibogige Stadttor des römischen Statthalters Mettius Modestus verleiht dem Einzug der Ténéré nach Patara etwas Würdevolles.
Triumphal: Das dreibogige Stadttor des römischen Statthalters Mettius Modestus verleiht dem Einzug der Ténéré nach Patara etwas Würdevolles.
Cover TF-Ausgabe 12/2022
Cover TF-Ausgabe 12/2022

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Nur Fliegen ist schöner: An der Flanke des Baba Dağı hangelt sich eine enge Küstenstraße in die Traumbucht von Ölüdeniz hinab.
Nur Fliegen ist schöner: An der Flanke des Baba Dağı hangelt sich eine enge Küstenstraße in die Traumbucht von Ölüdeniz hinab.
Tief einatmen: Auf dem Weg zur Ruinenstadt Arykanda im Bey-Dağları-Gebirge hat sich der Frühling bereits durchgekämpft.
Tief einatmen: Auf dem Weg zur Ruinenstadt Arykanda im Bey-Dağları-Gebirge hat sich der Frühling bereits durchgekämpft.

Doch heute haben wir Besseres vor. Das Bergland des »İlbir Dağı» breitet sich ab Kazıklı vor dem Vorderrad aus. Rau, staubig, verführerisch entvölkert und so genießen wir auf dem Ritt nach Kızılağaç einen Filmset aus Olivenhainen und holprigen Tracks, das Winken freundlicher Bauern auf rostigen Traktoren und das Abwinken stoischer Esel, die uns erst ab dem zweiten Pausenapfel eines Blickes würdigen. Mein dahingeseufztes »Ist ja fast wie früher« zieht unmittelbar den Unmut der jüngeren CRF-Generation auf sich und der Kopfhörer kontert: »Werd’ jetzt ja nicht sentimental, mein Alter!«
Die letzten paar Kilometer zu meinem Traumziel »Euromos«. Gleich stehen wir vor dem für mich schönsten und ehrwürdigsten römisch-türkischen Zeustempel Kariens. Unberührt vom Tourismus und selbst unter Archäologie-Fans noch ein Geheimtipp hinter vorgehaltener Ha… . »Hör mal, wenn ich meiner verstaubten Crossbrille noch trauen kann, dann ist das dort drüben ein megagroßer Parkplatz. Hui, und ein frisch gestrichenes Kassenhäuschen mit Schranke vor dem Tempelweg.« Michaela hätte Zahnarzthelferin werden sollen. Doch der Wärter versteht mein Anliegen, staunt anerkennend über meine 2015er Euromos-Fotos und willigt gnädig ein, als ich ihm mit einem 20 TL-Schein überrede, die Schranke doch ein klein wenig … (...)

Film ab: Das Theater von Tlos bot auf seiner Cavea (Sitzbereich) bis zu 15.000 Zuschauern Platz und gehörte zu den größten Lykiens.
Film ab: Das Theater von Tlos bot auf seiner Cavea (Sitzbereich) bis zu 15.000 Zuschauern Platz und gehörte zu den größten Lykiens.
Reiseroute »Turkish Travels, Teil 2: TTouren, Träume & Theater« / Türkische Mittelmeerküste, ges. 1584 km
Reiseroute »Turkish Travels, Teil 2: TTouren, Träume & Theater« / Türkische Mittelmeerküste, ges. 1584 km

In der November-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Türkei / Türkische Ägäisküste:

 

»Turkish Travels 2.0«

- Teil 1: Türkisch Kültür -

 

Lassen sich Erinnerungen wiederbeleben? Filme noch einmal drehen? Als Remake an Originalschauplätzen? Oder wird die innere Festplatte dabei überschrieben, gar gelöscht?


Michaela & Udo Staleker haben lange gezögert und den Çay still am Küchentisch getrunken. Doch mit dem Schnee des Winters schmolzen alle Bedenken. „Turkish Travels 2.0“ – ein Frühjahr in der Türkei.

 

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Fertigmachen zum Sprung: Die »Behram Köprüsü« überspannt fünfbogig den »Tuzla Çayı« beim Dorf Behramkale.
Fertigmachen zum Sprung: Die »Behram Köprüsü« überspannt fünfbogig den »Tuzla Çayı« beim Dorf Behramkale.

»Your bike can stay in Turkey for ninety days.« Der Grenzpolizist am Übergang İpsala erinnert stark an den Istanbuler Kommissar Mehmet Özakin, alias Erol Sander, lächelt aber doppelt so charmant. Für Michaela offensichtlich umwerfend, schlüpft sie doch völlig übergangslos in die Rolle von Mehmets leicht verschusseltem Partner Mustafa Tombul, nimmt Anlauf für ein gestammeltes »Teşekkürler« und hätte fast den schicken Shoei zu Boden geworfen.

Großes Kino: Die Ruinenstadt Pergamon lässt die Antike geradezu greifbar erscheinen.
Großes Kino: Die Ruinenstadt Pergamon lässt die Antike geradezu greifbar erscheinen.
Cover TF-Ausgabe 11/2022
Cover TF-Ausgabe 11/2022

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Nur mal spielen: Die Naturwege der »Batı Menteşe Dağları« wecken endureske Frühlingsgefühle.
Nur mal spielen: Die Naturwege der »Batı Menteşe Dağları« wecken endureske Frühlingsgefühle.
Staatstragend: Am »Taf der Nationalen Souveränität und des Kindes« feiert die Türkei die erste Zusammenkunft der Großen Nationalversammlung des türkischen Parlaments 1923.
Staatstragend: Am »Taf der Nationalen Souveränität und des Kindes« feiert die Türkei die erste Zusammenkunft der Großen Nationalversammlung des türkischen Parlaments 1923.

»Eh, träum nicht! Dein Mopped steht grottenbreit in der Abfertigungsspur!« Kurz vor Hupkonzert rollen die Enduros aus der Grenzstation, tauchen unter dem »TÜRKIYE’YE HOŞGELDINIZ«-Willkommensschild hindurch und erobern die moderne Türkei. Wo sind die Schlaglöcher auf dem Weg nach Keşan? Und die Straßenhändler? Erleichterung in Gelibolu (griechisch Gallipoli). Erdoğans Straßenbauer haben »meine« Türkei noch nicht völlig platt gemacht. Verkehrsgedrängel und Gehupe, gestikulierende Händler und Ticketverkäufer am Fährhafen. Und über allem das entschlossen dreinblickende Konterfei von Mustafa Kemal Atatürk, auf flatterndem Tuch am mittelalterlichen Wehrturm.
Man feiert den »Tag der nationalen Souveränität«. Und einen besonderen Umgang mit Geschichte in der Türkei, wo man anders gedenkt als daheim. Meist mit erhobenem Haupt, begleitet von militärischem Pomp und der Demonstration von Stärke und Macht. Die Trillerpfeife des Wachsoldaten an der Freitreppe vor dem blumengeschmückten Denkmal für den Staatsgründer möchte nicht lange über den Einsatz meiner Kamera diskutieren.

Verkehrssünder: Vor den Teppichläden von Bergama haben »fliegende Händler« Parkverbot.
Verkehrssünder: Vor den Teppichläden von Bergama haben »fliegende Händler« Parkverbot.
Reiseroute »Turkish Travels, Teil 1: Türkisch Kültür« / Türkische Ägäis, ges. 970 km
Reiseroute »Turkish Travels, Teil 1: Türkisch Kültür« / Türkische Ägäis, ges. 970 km

In der August-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Griechenland / Peloponnes:

 

»Daumensprung«

- Pelops' wilde Hand, Teil 2 -

 

Die Argolis liegt abseits der touristischen Reiserouten auf der griechischen Halbinsel Peloponnes.
Dabei gibt es auf dem Daumen von Pelops’
Hand wirklich alles, was Griechenland liebenswert
macht.

 

Michaela & Udo Staleker (Text &
Fotos) haben zum Daumensprung angesetzt.

 

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Griechisch blau: Im weichen Licht der Nachmittagssonne verdienen die menschenleeren Str nde und Buchten von Limanaki und Chrysi Akti das Attribut »Goldküste«.
Griechisch blau: Im weichen Licht der Nachmittagssonne verdienen die menschenleeren Str nde und Buchten von Limanaki und Chrysi Akti das Attribut »Goldküste«.

Kalimera, Freunde! Ich bin dann mal weg. Nix für ungut, war schön mit Euch! Muss dringend heim nach Achaia, meinen Streitwagen richten. Heut' Nacht kam eine Mail aus dem Olymp, direkt von Zeus. Seine Geliebte Europa macht sich ernsthafte Sorgen um ihren Osten. Sie liegt dem Alten täglich in den Ohren, und das verhagelt ihm
die Stimmung in seinem Liebesnest auf Kreta. Der Herrscher an der Wolga macht einen auf dicke Hose und droht seinen Brüdern aus dem Nachbarland Rus. Und
ICH soll jetzt den Kerl zur Vernunft bringen. Ein Himmelfahrtskommando! Der hat ja nicht mehr alle Speichen am Kampfwagen.
Aber sei’s drum … Schaut, dass Ihr Euch da raushaltet! Einen Daumensprung weiter erwartet Euch eine friedlichere Welt. Gute Reise! Pelops.

 

Ein Zettel auf dem Terrassentisch der Burg Rizaraki in Kokkala, flüchtig hingekrakelt – und Pelops ist fort! Gerade hatte ich mich an seine Hand im Nacken so richtig
gewöhnt (siehe: Pelops’ wilde Hand, TF 5/2022).

Cover TF-Ausgabe 08/2022
Cover TF-Ausgabe 08/2022

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Biker-Gottesdienst: innere Einkehr an der Kirche »Ieros Naos Panagias« mit Blick auf die Insel Hydra.
Biker-Gottesdienst: innere Einkehr an der Kirche »Ieros Naos Panagias« mit Blick auf die Insel Hydra.
Hang loose: In Gythio gibt’s eine Taverne, da muss man zur Tintenfisch-Meze noch nicht einmal den Helm absetzen.
Hang loose: In Gythio gibt’s eine Taverne, da muss man zur Tintenfisch-Meze noch nicht einmal den Helm absetzen.

Der Tankwart kurz vor Gythio hat die Sorgenfalten noch auf der Stirn. »Yes, the fires came down to the road. They almost touched my petrol station!« 

Direkt gegenüber den Zapfsäulen verbreiten verkohlte
Berghänge noch immer die olfaktorische Botschaft eines Horror-August auf dem Peloponnes: kilometerlange Flammenfronten, immer wieder aufflackernde
Brände, evakuierte Dörfer und mehr als
vierzig Todesopfer.
Als wir eine halbe Stunde später im Fähr- und Fischer-hafen von Gythio anschlagen, ist es so, als habe Pelops per Remote den Kanal gewechselt. Im Zentrum
der Stadt herrscht mittägliches Gedrängel in den eng bestuhlten Fischlokalen und Straßencafés. Tintenfische schaukeln einladend auf einer Leine vor der Taverne
»90 Moires« (90 Grad) und todesmutige Kellner retten sich im Dreisprung vor jugendlichen Roller-Racern, die auf der ringförmigen »Petrompei Mavromichali«  von Mal zu Mal bessere Rundenzeiten erzielen. Wir setzen uns in den Windschatten neben dem Taxistand am Platz. Zwei  Freddo Cappuccino  – und tief Luft holen.

Reiseroute »Daumensprung« / Peloponnes, ges. 670 km
Reiseroute »Daumensprung« / Peloponnes, ges. 670 km

In der Mai-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Griechenland / Peloponnes:

 

»Pelops' wilde Hand«

 

Der Peloponnes ist Griechenlands größte Halbinsel. Und obwohl vielbesucht und beliebt bei Touristen, gibt es doch Reiserouten, die verlangen einen einheimischen Tourguide.

 

Bei Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) hat der antike Wagenlenker Pelops auf dem Sozius Platz genommen. Was soll denn da noch schiefgehen?

 

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Wellenreiter: Kalimera-Blick vom Aroania-Massiv im Nordwesten des Peloponnes auf das noch morgendunstige Erymanthos-Gebirge mit dem Gipfel des Olonos (2224 m).
Wellenreiter: Kalimera-Blick vom Aroania-Massiv im Nordwesten des Peloponnes auf das noch morgendunstige Erymanthos-Gebirge mit dem Gipfel des Olonos (2224 m).

Poseidon macht heute einen auf dicke Backen. Hart und urplötzlich kommen die Böen, packen die Bikes, wollen sie von der Straße schubsen. Die Wellen im Golf von Korinth haben Schaumkronen aufgesetzt, prügeln gegen den schmalen Küstenstreifen, fluten auf dem Weg nach Nafpaktos die ufernahen Straßen. »Ich bin mal gespannt, ob die Brücke überhaupt offen ist.« Michaelas Stimme im Helmkopfhörer klang schon entspannter und ihr Fahrstil mit der kleinen CRF ist eine gewagte Choreografie aus Rodeo und Rock ’n’ Roll. Endlich tauchen die Tragseile der spektakulären Rio-Andirrio-Brücke formatfüllend vor meiner Crossbrille auf, nachdem uns die Brücke kilometerlang als dunstige Fata Morgana am Horizont über dem Golf begleitet hatte. Schmale zwei Euro Bike-Maut, und dann segeln die Enduros über zweieinhalb Brückenkilometer derart hart am Wind, dass wir bei der Kieler Woche mitmachen könnten. »Locker am Lenker,« beruhige ich meine Enduro-Elfe, »die Brücke verträgt Windgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h!«

Cover TF-Ausgabe 05/2022
Cover TF-Ausgabe 05/2022

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Fast überfahren: Winzige orthodoxe Kirche Agios Nikolaos im Masni-Dorf Agios Georgios Minas.
Fast überfahren: Winzige orthodoxe Kirche Agios Nikolaos im Masni-Dorf Agios Georgios Minas.
Pelops' wildes Land: Der raue Charme der Berglandschaft Achaias bietet ein »Best of Peloponnes«.
Pelops' wildes Land: Der raue Charme der Berglandschaft Achaias bietet ein »Best of Peloponnes«.

Schnappatmung in den Kopfhörern. Ich überlege noch kurz, ob ich ihr verrate, dass die Brücke zuweilen auch »Schaukel von Patras« genannt wird, da sehen wir bereits linkerhand die Festung von Rio und rollen wenig später auf schwankungsfreiem Straßenbelag nach Patras hinein.

 

Verkehrsgewühl, Baustellen, verstopfte Zufahrten zu den Fähren im Südhafen. Irgendwann sind wir durch, entern an der Ausfallstraße nach Kalavrita eine kleine Cafeteria und tanken erstmal zuckersüß auf: Schokotörtchen und Mandelkekse. Dazu einen »Freddo« für Michaela und einen Becher »Nes« für mich, weil mir bei starkem Kaffee schon mal der Motorradlenker aus der Hand flutscht. »Siga, siga«, man wird eben älter. Ein paar Kilometer später teilt sich die Landstraße, zieht an der Flanke des Erymanthos-Gebirges bergan und lässt in Sekundenschnelle alles vergessen, was eine Großstadt so an Charmeattacken bereithält. Lang hingestreckt sonnt sich das 2200 Meter hohe Bergmassiv im warmen Licht der Nachmittagssonne. Der Belag der Bergstraße ist wunderbar griffig, animiert mich zum Kurvenwalzer.  Und plötzlich ist er da, der wilde Pelops. Liebling des Meergottes Poseidon und furchtloser Wagenlenker im Kampf mit dem grausamen König Oinomaos. Weit öffnet er die Arme, lässt furchtlos seine geflügelten Rosse fliegen … »Hey, Agostini! Geht’s vielleicht noch schneller?“ Tatsächlich — keine Frau mehr im Rückspiegel. Doch hinter mir hockt plötzlich jemand auf dem Sozius und ich spüre den Druck seiner Faust in meinem Nacken: »Pelops' wilde Hand«. Na, das kann ja heiter werden… (...)

Reiseroute »Pelops' wilde Hand«/Peloponnes, ges. 600 km
Reiseroute »Pelops' wilde Hand«/Peloponnes, ges. 600 km

In der März-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Frankreich / Provence & Côte d'Azur:

 

»Noch einmal Licht«

 

Wenn der Winter vor der Tür steht und die Tage kürzer werden, locken in der Provence und an der Côte d'Azur noch Sonne und Licht.

Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) haben Glücksmomente getankt.

 

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Lichtblicke: Unterhalb des »Col du Canadel« macht sich die tief stehende Herbstsonne bereit für ein Bad im versilberten Meer.
Lichtblicke: Unterhalb des »Col du Canadel« macht sich die tief stehende Herbstsonne bereit für ein Bad im versilberten Meer.

Jetzt geht das schon wieder los! Eigentlich mag ich MoMa, aber derzeit gibt es nur noch eine Endlosschleife: »Inzidenzzahlen auf Rekordhoch«, »Krankenhäuser überlastet«, »Politik völlig überrascht«, »Lauterbach bekommt eigene Talkshow«. Und das Allerschlimmste: Um fünf Uhr wird’s dunkel, wegen Nebel fällt das Wetter aus und der TF kommt nur einmal im Monat. U-n-e-r-t-r-ä-g-l-i-c-h!
Michaela betont jeden Buchstaben wie beim Gangwechsel mit Zwischengas. Minuten später bollert der Motor ihrer CRF in der Garage. „Ich kauf’ noch ’n bisschen ein für unterwegs! In Südfrankreich scheint die Sonne! Pack ein paar Klamotten ein und vergiss nicht die Kameras. Noch einmal Licht!«. Und weg ist die beste aller Selbstfahrerinnen.

Modelldorf: Bormes-les-Mimosas am Fuß des »Massif des Maures« macht mit seinem Namen keine leeren Versprechungen.
Modelldorf: Bormes-les-Mimosas am Fuß des »Massif des Maures« macht mit seinem Namen keine leeren Versprechungen.
Reiseroute »Noch einmal Licht«/Provence, ges. 756 km
Reiseroute »Noch einmal Licht«/Provence, ges. 756 km
Raus aus dem Bett: Früh am Morgen verwöhnt die »Route des Crêtes« zwischen Cassis und La Ciotat mit verkehrsfreien Aussichten.
Raus aus dem Bett: Früh am Morgen verwöhnt die »Route des Crêtes« zwischen Cassis und La Ciotat mit verkehrsfreien Aussichten.

Klappe, die erste: »L’arrivée à Saint-Rémy«

Saint-Rémy-de-Provence, tausend Kilometer später. Nachts hat es heftig geregnet. Monsieur Honoré zuckt bei unserem Blick auf tiefe Pfützen und verschlammte Wege entschuldigend mit den Achseln. Eh bien, er verwaltet schließlich nur den Campingplatz »Le Parc de la Bastide« und nicht das Wetter. Immerhin gibt es Croissants und zwei »Pains au chocolat« in seiner Rezeption und den Optimismus von Michaelas Wetter-App.

Wenig später finden unsere Bikes auf dem Weg nach Tarascon die D27 als Einstieg in den »Parc Naturel Regional des Alpilles«. Et voilà: Das Wetter wird. Am opalblauen Himmel über dem Naturpark kreisen plötzlich Habichte, Mäusebussarde, sogar Schlangenadler. Die Maler der Provence haben ihre Leinwand und Pinsel gezückt. Blendend weiße Kalksteinfelsen, umrahmt vom dunklen Grün der Pinien, betupft mit dem Blattgold vereinzelter Laubbäume. Ein wohltuendes Bild aus Farben und der funkelnden Verführung tanzender Sonnenstrahlen. Über all dem thront Les Baux-de-Provence, ein mittelalterliches Ruinendorf mit den Resten eines mächtigen Châteaus. Einst uneinnehmbarer Sitz der Adligen von Les Baux, deren Herrschaft sich über 79 Orte des Umlands erstreckte. Im 12. und 13. Jahrhundert gaben sich dann hier Troubadoure ein Stelldichein - zu einer Zeit, als Dichter und Hofsänger die Schönheit und den Charakter von Frauen euphorisch besangen.

Wir pausieren mit Blick auf Les Baux und ich beobachte mit zunehmender Sorge, wie sich die Gesichtszüge meiner Frau allmählich verklären. »Ja, genau DAS ist es, was wir Frauen heute vermissen, weißt du?! So ein bisschen Selbstaufopferung bei euch Männern. Dieses feine platonische Spiel mit den Gefühlen einer Frau.« - »Hömma, wir wollten eigentlich noch in die ›Carrières de Lumières‹!« Pardon, aber es gibt weibliche Gedankenspiele, da muss man einfach zwischendurch die Bremse ziehen. (...)

Cover TF-Ausgabe 03/2022
Cover TF-Ausgabe 03/2022

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In der Januar-Ausgabe '22 des TOURENFAHRER:

 

Kroatien / Istrien:

 

»Trüffelhunde«

 

Bei Trüffelsuchern steht Istrien hoch im Kurs. Die
schmackhaften Edelpilze bereichern sowohl die Küche als auch eine Reise quer durch Kroatiens grünes Herz.
Michaela und Udo Staleker (Text & Fotos) haben
Witterung aufgenommen.

 

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Höhenrausch: Panoramablick vom Kap Mašnjak auf die tiefblaue Kvarner-Bucht.
Höhenrausch: Panoramablick vom Kap Mašnjak auf die tiefblaue Kvarner-Bucht.

»Trüffelhunde? So’n Blödsinn!« Geradezu empört hebt meine Frau ihre Nase aus dem Tankrucksack, wo neben Kameras, Objektiven, Akkus und Speicherkarten auch Roadmaps und Reiseführer ihren Platz finden müssen. »Trüffel, mein Lieber, werden von Schweinen gesucht, und zwar ausschließlich von weiblichen. Der Geruchssinn von euch Männern endet bekanntlich bei Benzin und Bier.“
Okay, es ist etwas später geworden gestern Abend, nach dem Besuch in der Kneipe meines Vertrauens. Und ja, die Motorräder sind noch nicht gepackt. „Hömma, Schatz, die Julijana hatte gekocht. Spaghetti gab’s, mit Trüffelsoße! Weil ihre Familie doch aus Istrien stammt, unserem morgigen Reiseziel. Da wimmelt es in den Eichenwäldern um Buzet nur so von Trüffeln, sagt die Julijana. Und dass ihre Eltern sie schon als Kind in den Wald geschickt haben, um schwarze Trüffel zu suchen. Die gibt’s auch in Weiß, sind aber viel, viel seltener. Stell’ dir vor, für weiße Trüffel bekommen die istrischen Bauern so viel Kohle, dass sie ausgesorgt haben.« Wenn sich die Augen meiner Frau verengen, wird es gleich unangenehm. »Das tät’ dir g’fallen, oder? Ein paar Trüffel finden und den Rest des Jahres über Motorrad fahren.«

Trüffelmetropole: Buzets Altstadt bietet Leckereien für Magen und Motorrad gleichermaßen.
Trüffelmetropole: Buzets Altstadt bietet Leckereien für Magen und Motorrad gleichermaßen.
Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Bunt gemischt: Die Versorgungslage am »Bike Point Matošević« in Kloštar stellt so ziemlich alle touristischen Ansprüche zufrieden (oben).
Bunt gemischt: Die Versorgungslage am »Bike Point Matošević« in Kloštar stellt so ziemlich alle touristischen Ansprüche zufrieden (oben).

Schmerzhafter Stich in meine Bikerseele. Jetzt schnell den Joker ziehen: »Die Istrier suchen diese Edelpilze übrigens mit Hunden, nicht mit Schweinen. Schweine können zwar noch besser riechen, aber sie trampeln bei der Trüffelsuche alles kaputt. Und außerdem sind sie zu schwer.« Das Fragezeichen auf Michaelas Stirn blinkt alternierend grün und orange. »Na ja, die Bauern fahren oft mit ihren Moppeds in die dichten Wälder und hast du schon mal ‘ne 200-Kilo-Sau hinten auf deine CRF geladen?“
Volltreffer. Doch wenn meine Frau sich veralbert fühlt, ist Schluss mit lustig. Kein Wort von der Gegenseite. Doch der Seitenblick auf die bereits gepackten Softbags und Gepäckrollen hat die Schärfe einer Chilischote. »Meine Abendbeschäftigung!«. Asche aufs Haupt. Kleinlaut verzurre ich das Gepäck auf unseren Enduros,  fülle schweigend das digitale Einreiseformular für Kroatien aus, melde mich freiwillig zum Tischdienst. Plötzlich steht sie hinter mir, breitet eine Istrienkarte vor mir aus und umkreist mit dem Zeigefinger den Bergort Buzet im Norden der Halbinsel: »Da will ich hin! Und abends essen wir die besten Trüffelpasta, die das Kaff zu bieten hat.« Der Finger beginnt nun hektisch über weitere neongelb markierte Punkte auf der Karte zu hüpfen. »Und dann darfst DU mal den Trüffelhund spielen, quer durch Istrien. Und wehe, wir begegnen unterwegs auch nur einem einzigen Trüffelschwein …“ (...)

Jetzt aber los: Über Rovinjs Altstadt läuft sich die istrische Morgensonne bereits für einen heißen Sommertag warm.
Jetzt aber los: Über Rovinjs Altstadt läuft sich die istrische Morgensonne bereits für einen heißen Sommertag warm.
Morituri te salutant! Pulas Amphitheater zählt zu den besterhaltenen der Antike.
Morituri te salutant! Pulas Amphitheater zählt zu den besterhaltenen der Antike.

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