Aktuelle Reisereportagen 2021-22 im Magazin TOURENFAHRER 


In der Mai-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Griechenland / Peloponnes:

 

»Pelops' wilde Hand«

 

Der Peloponnes ist Griechenlands größte Halbinsel. Und obwohl vielbesucht und beliebt bei Touristen, gibt es doch Reiserouten, die verlangen einen einheimischen Tourguide.

 

Bei Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) hat der antike Wagenlenker Pelops auf dem Sozius Platz genommen. Was soll denn da noch schiefgehen?

 

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Wellenreiter: Kalimera-Blick vom Aroania-Massiv im Nordwesten des Peloponnes auf das noch morgendunstige Erymanthos-Gebirge mit dem Gipfel des Olonos (2224 m).
Wellenreiter: Kalimera-Blick vom Aroania-Massiv im Nordwesten des Peloponnes auf das noch morgendunstige Erymanthos-Gebirge mit dem Gipfel des Olonos (2224 m).

Poseidon macht heute einen auf dicke Backen. Hart und urplötzlich kommen die Böen, packen die Bikes, wollen sie von der Straße schubsen. Die Wellen im Golf von Korinth haben Schaumkronen aufgesetzt, prügeln gegen den schmalen Küstenstreifen, fluten auf dem Weg nach Nafpaktos die ufernahen Straßen. »Ich bin mal gespannt, ob die Brücke überhaupt offen ist.« Michaelas Stimme im Helmkopfhörer klang schon entspannter und ihr Fahrstil mit der kleinen CRF ist eine gewagte Choreografie aus Rodeo und Rock ’n’ Roll. Endlich tauchen die Tragseile der spektakulären Rio-Andirrio-Brücke formatfüllend vor meiner Crossbrille auf, nachdem uns die Brücke kilometerlang als dunstige Fata Morgana am Horizont über dem Golf begleitet hatte. Schmale zwei Euro Bike-Maut, und dann segeln die Enduros über zweieinhalb Brückenkilometer derart hart am Wind, dass wir bei der Kieler Woche mitmachen könnten. »Locker am Lenker,« beruhige ich meine Enduro-Elfe, »die Brücke verträgt Windgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h!«

Cover TF-Ausgabe 05/2022
Cover TF-Ausgabe 05/2022

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Fast überfahren: Winzige orthodoxe Kirche Agios Nikolaos im Masni-Dorf Agios Georgios Minas.
Fast überfahren: Winzige orthodoxe Kirche Agios Nikolaos im Masni-Dorf Agios Georgios Minas.
Pelops' wildes Land: Der raue Charme der Berglandschaft Achaias bietet ein »Best of Peloponnes«.
Pelops' wildes Land: Der raue Charme der Berglandschaft Achaias bietet ein »Best of Peloponnes«.

Schnappatmung in den Kopfhörern. Ich überlege noch kurz, ob ich ihr verrate, dass die Brücke zuweilen auch »Schaukel von Patras« genannt wird, da sehen wir bereits linkerhand die Festung von Rio und rollen wenig später auf schwankungsfreiem Straßenbelag nach Patras hinein.

 

Verkehrsgewühl, Baustellen, verstopfte Zufahrten zu den Fähren im Südhafen. Irgendwann sind wir durch, entern an der Ausfallstraße nach Kalavrita eine kleine Cafeteria und tanken erstmal zuckersüß auf: Schokotörtchen und Mandelkekse. Dazu einen »Freddo« für Michaela und einen Becher »Nes« für mich, weil mir bei starkem Kaffee schon mal der Motorradlenker aus der Hand flutscht. »Siga, siga«, man wird eben älter. Ein paar Kilometer später teilt sich die Landstraße, zieht an der Flanke des Erymanthos-Gebirges bergan und lässt in Sekundenschnelle alles vergessen, was eine Großstadt so an Charmeattacken bereithält. Lang hingestreckt sonnt sich das 2200 Meter hohe Bergmassiv im warmen Licht der Nachmittagssonne. Der Belag der Bergstraße ist wunderbar griffig, animiert mich zum Kurvenwalzer.  Und plötzlich ist er da, der wilde Pelops. Liebling des Meergottes Poseidon und furchtloser Wagenlenker im Kampf mit dem grausamen König Oinomaos. Weit öffnet er die Arme, lässt furchtlos seine geflügelten Rosse fliegen … »Hey, Agostini! Geht’s vielleicht noch schneller?“ Tatsächlich — keine Frau mehr im Rückspiegel. Doch hinter mir hockt plötzlich jemand auf dem Sozius und ich spüre den Druck seiner Faust in meinem Nacken: »Pelops' wilde Hand«. Na, das kann ja heiter werden… (...)

Reiseroute »Pelops' wilde Hand«/Peloponnes, ges. 600 km
Reiseroute »Pelops' wilde Hand«/Peloponnes, ges. 600 km

In der März-Ausgabe '22 des TOURENFAHRERs:

 

Frankreich / Provence & Côte d'Azur:

 

»Noch einmal Licht«

 

Wenn der Winter vor der Tür steht und die Tage kürzer werden, locken in der Provence und an der Côte d'Azur noch Sonne und Licht.

Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) haben Glücksmomente getankt.

 

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Lichtblicke: Unterhalb des »Col du Canadel« macht sich die tief stehende Herbstsonne bereit für ein Bad im versilberten Meer.
Lichtblicke: Unterhalb des »Col du Canadel« macht sich die tief stehende Herbstsonne bereit für ein Bad im versilberten Meer.

Jetzt geht das schon wieder los! Eigentlich mag ich MoMa, aber derzeit gibt es nur noch eine Endlosschleife: »Inzidenzzahlen auf Rekordhoch«, »Krankenhäuser überlastet«, »Politik völlig überrascht«, »Lauterbach bekommt eigene Talkshow«. Und das Allerschlimmste: Um fünf Uhr wird’s dunkel, wegen Nebel fällt das Wetter aus und der TF kommt nur einmal im Monat. U-n-e-r-t-r-ä-g-l-i-c-h!
Michaela betont jeden Buchstaben wie beim Gangwechsel mit Zwischengas. Minuten später bollert der Motor ihrer CRF in der Garage. „Ich kauf’ noch ’n bisschen ein für unterwegs! In Südfrankreich scheint die Sonne! Pack ein paar Klamotten ein und vergiss nicht die Kameras. Noch einmal Licht!«. Und weg ist die beste aller Selbstfahrerinnen.

Modelldorf: Bormes-les-Mimosas am Fuß des »Massif des Maures« macht mit seinem Namen keine leeren Versprechungen.
Modelldorf: Bormes-les-Mimosas am Fuß des »Massif des Maures« macht mit seinem Namen keine leeren Versprechungen.
Reiseroute »Noch einmal Licht«/Provence, ges. 756 km
Reiseroute »Noch einmal Licht«/Provence, ges. 756 km
Raus aus dem Bett: Früh am Morgen verwöhnt die »Route des Crêtes« zwischen Cassis und La Ciotat mit verkehrsfreien Aussichten.
Raus aus dem Bett: Früh am Morgen verwöhnt die »Route des Crêtes« zwischen Cassis und La Ciotat mit verkehrsfreien Aussichten.

Klappe, die erste: »L’arrivée à Saint-Rémy«

Saint-Rémy-de-Provence, tausend Kilometer später. Nachts hat es heftig geregnet. Monsieur Honoré zuckt bei unserem Blick auf tiefe Pfützen und verschlammte Wege entschuldigend mit den Achseln. Eh bien, er verwaltet schließlich nur den Campingplatz »Le Parc de la Bastide« und nicht das Wetter. Immerhin gibt es Croissants und zwei »Pains au chocolat« in seiner Rezeption und den Optimismus von Michaelas Wetter-App.

Wenig später finden unsere Bikes auf dem Weg nach Tarascon die D27 als Einstieg in den »Parc Naturel Regional des Alpilles«. Et voilà: Das Wetter wird. Am opalblauen Himmel über dem Naturpark kreisen plötzlich Habichte, Mäusebussarde, sogar Schlangenadler. Die Maler der Provence haben ihre Leinwand und Pinsel gezückt. Blendend weiße Kalksteinfelsen, umrahmt vom dunklen Grün der Pinien, betupft mit dem Blattgold vereinzelter Laubbäume. Ein wohltuendes Bild aus Farben und der funkelnden Verführung tanzender Sonnenstrahlen. Über all dem thront Les Baux-de-Provence, ein mittelalterliches Ruinendorf mit den Resten eines mächtigen Châteaus. Einst uneinnehmbarer Sitz der Adligen von Les Baux, deren Herrschaft sich über 79 Orte des Umlands erstreckte. Im 12. und 13. Jahrhundert gaben sich dann hier Troubadoure ein Stelldichein - zu einer Zeit, als Dichter und Hofsänger die Schönheit und den Charakter von Frauen euphorisch besangen.

Wir pausieren mit Blick auf Les Baux und ich beobachte mit zunehmender Sorge, wie sich die Gesichtszüge meiner Frau allmählich verklären. »Ja, genau DAS ist es, was wir Frauen heute vermissen, weißt du?! So ein bisschen Selbstaufopferung bei euch Männern. Dieses feine platonische Spiel mit den Gefühlen einer Frau.« - »Hömma, wir wollten eigentlich noch in die ›Carrières de Lumières‹!« Pardon, aber es gibt weibliche Gedankenspiele, da muss man einfach zwischendurch die Bremse ziehen. (...)

Cover TF-Ausgabe 03/2022
Cover TF-Ausgabe 03/2022

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In der Januar-Ausgabe '22 des TOURENFAHRER:

 

Kroatien / Istrien:

 

»Trüffelhunde«

 

Bei Trüffelsuchern steht Istrien hoch im Kurs. Die
schmackhaften Edelpilze bereichern sowohl die Küche als auch eine Reise quer durch Kroatiens grünes Herz.
Michaela und Udo Staleker (Text & Fotos) haben
Witterung aufgenommen.

 

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Höhenrausch: Panoramablick vom Kap Mašnjak auf die tiefblaue Kvarner-Bucht.
Höhenrausch: Panoramablick vom Kap Mašnjak auf die tiefblaue Kvarner-Bucht.

»Trüffelhunde? So’n Blödsinn!« Geradezu empört hebt meine Frau ihre Nase aus dem Tankrucksack, wo neben Kameras, Objektiven, Akkus und Speicherkarten auch Roadmaps und Reiseführer ihren Platz finden müssen. »Trüffel, mein Lieber, werden von Schweinen gesucht, und zwar ausschließlich von weiblichen. Der Geruchssinn von euch Männern endet bekanntlich bei Benzin und Bier.“
Okay, es ist etwas später geworden gestern Abend, nach dem Besuch in der Kneipe meines Vertrauens. Und ja, die Motorräder sind noch nicht gepackt. „Hömma, Schatz, die Julijana hatte gekocht. Spaghetti gab’s, mit Trüffelsoße! Weil ihre Familie doch aus Istrien stammt, unserem morgigen Reiseziel. Da wimmelt es in den Eichenwäldern um Buzet nur so von Trüffeln, sagt die Julijana. Und dass ihre Eltern sie schon als Kind in den Wald geschickt haben, um schwarze Trüffel zu suchen. Die gibt’s auch in Weiß, sind aber viel, viel seltener. Stell’ dir vor, für weiße Trüffel bekommen die istrischen Bauern so viel Kohle, dass sie ausgesorgt haben.« Wenn sich die Augen meiner Frau verengen, wird es gleich unangenehm. »Das tät’ dir g’fallen, oder? Ein paar Trüffel finden und den Rest des Jahres über Motorrad fahren.«

Trüffelmetropole: Buzets Altstadt bietet Leckereien für Magen und Motorrad gleichermaßen.
Trüffelmetropole: Buzets Altstadt bietet Leckereien für Magen und Motorrad gleichermaßen.
Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Bunt gemischt: Die Versorgungslage am »Bike Point Matošević« in Kloštar stellt so ziemlich alle touristischen Ansprüche zufrieden (oben).
Bunt gemischt: Die Versorgungslage am »Bike Point Matošević« in Kloštar stellt so ziemlich alle touristischen Ansprüche zufrieden (oben).

Schmerzhafter Stich in meine Bikerseele. Jetzt schnell den Joker ziehen: »Die Istrier suchen diese Edelpilze übrigens mit Hunden, nicht mit Schweinen. Schweine können zwar noch besser riechen, aber sie trampeln bei der Trüffelsuche alles kaputt. Und außerdem sind sie zu schwer.« Das Fragezeichen auf Michaelas Stirn blinkt alternierend grün und orange. »Na ja, die Bauern fahren oft mit ihren Moppeds in die dichten Wälder und hast du schon mal ‘ne 200-Kilo-Sau hinten auf deine CRF geladen?“
Volltreffer. Doch wenn meine Frau sich veralbert fühlt, ist Schluss mit lustig. Kein Wort von der Gegenseite. Doch der Seitenblick auf die bereits gepackten Softbags und Gepäckrollen hat die Schärfe einer Chilischote. »Meine Abendbeschäftigung!«. Asche aufs Haupt. Kleinlaut verzurre ich das Gepäck auf unseren Enduros,  fülle schweigend das digitale Einreiseformular für Kroatien aus, melde mich freiwillig zum Tischdienst. Plötzlich steht sie hinter mir, breitet eine Istrienkarte vor mir aus und umkreist mit dem Zeigefinger den Bergort Buzet im Norden der Halbinsel: »Da will ich hin! Und abends essen wir die besten Trüffelpasta, die das Kaff zu bieten hat.« Der Finger beginnt nun hektisch über weitere neongelb markierte Punkte auf der Karte zu hüpfen. »Und dann darfst DU mal den Trüffelhund spielen, quer durch Istrien. Und wehe, wir begegnen unterwegs auch nur einem einzigen Trüffelschwein …“ (...)

Jetzt aber los: Über Rovinjs Altstadt läuft sich die istrische Morgensonne bereits für einen heißen Sommertag warm.
Jetzt aber los: Über Rovinjs Altstadt läuft sich die istrische Morgensonne bereits für einen heißen Sommertag warm.
Morituri te salutant! Pulas Amphitheater zählt zu den besterhaltenen der Antike.
Morituri te salutant! Pulas Amphitheater zählt zu den besterhaltenen der Antike.

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In der November-Ausgabe 2021 des TOURENFAHRER: 

 

Italien / Sizilien:

 

»Cannoli siciliani«

 

Inseln genießen oft eine Sonderstellung im Roadbook von Tourenfahrern. Nach opulentem Reisemenü sind sie der Nachtisch, der alles krönt. So auch Sizilien im Süden Italiens, wo der Stiefel schon nicht mehr drückt.

 

Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) haben »Dolci« gekostet: »Cannoli siciliani«, außen knackig und innen zuckersüß.

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Notorischer Raucher: Als aktivster Vulkan Europas macht der Ätna in diesem Jahr seinem Ruf alle Ehre und hustet weithin sichtbar Lava und Lapilli Richtung Catania.
Notorischer Raucher: Als aktivster Vulkan Europas macht der Ätna in diesem Jahr seinem Ruf alle Ehre und hustet weithin sichtbar Lava und Lapilli Richtung Catania.

(1) Prolog: Targa Florio
Das Zirpen der Zikaden übertönt das Knistern der abkühlenden Einzylinder. Bewaldete Hügelketten, die Rocca di Sciara zur Rechten und der Höhenzug des
Pizzo Sant’Angelo zur Linken. Dazwischen, von Cerda her kommend, ein welliges Asphaltband, teilweise weg- gebrochen und derart mit Schlaglöchern garniert, dass sich die Fahrwerke unserer CRFs wie bei einem Rodeo aufführen. Eine staubige Landstraße, die allmählich Ein Cocktail aus Lebensfreude und Wagemut, der den harten Alltag der Menschen in den Dörfern versüßte zu vergessen scheint, was sie einmal war: TARGA FLORIO.


Augen schließen und zurückblenden: Straßenkampf Meter um Meter. Heulende Motoren, pfeifende Reifen, jubelnde Zuschauer, die ihre Idole anfeuern und ihre Namen in die aufgewirbelten Staubfahnen brüllen. Adrenalin pur, ein Cocktail aus Lebensfreude und Wagemut, der den harten
Alltag der Menschen in den Bergdörfern versüßt. Als Vincenzo Florio, Unternehmersohn aus Palermo, am 6. Mai 1906 zum ersten Mal den Startschuss zu seiner »Targa« abfeuert, ahnt noch niemand, dass die Berge der Madonie fortan nicht nur das Herz Siziliens, sondern
auch das Mekka aller Sportwagenbauer und der besten Rennfahrer der Welt sein werden.

Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Reiseroute: »Cannoli siciliani« / Sizilien, gesamt 1692 km
Triumph und Trauer: Sieben Jahre lang war Conte Giulio Masetti der »Löwe der Madonie«. Beim 17. Rennen der »Targa Florio« verunglückte er am 25. April 1926 tödlich.
Triumph und Trauer: Sieben Jahre lang war Conte Giulio Masetti der »Löwe der Madonie«. Beim 17. Rennen der »Targa Florio« verunglückte er am 25. April 1926 tödlich.

(2) Siebzig Jahre lang ist die »Targa Florio« das wohl verrückteste Straßenrennen der Welt. Und das gefährlichste! Eine Handbreit neben der Rennstrecke gehen Begeisterung und Trauer oft Hand in Hand: der
Rausch der Sieger und die tödlich Verunglückten.


Ein Rennen auf öffentlichen Straßen, ohne Strecken- sicherungen, immer hautnah am Publikum mit über zweihundert Sachen – ein Wahnsinn! 1977 ist dann
Schluss und es ist kein rühmliches Ende.
Als beim letzten Rennen zwei weitere Zuschauer sterben, wird die »Targa Florio« abgebrochen und ist fortan verboten.

Geblieben sind Legenden und Erinnerungen – und das Zirpen der Grillen neben der alten Rennstrecke. (...)

Gib Gas, Giuseppe! Kurvenreiche Madonie im Bergland zwischen Cerda und Caltavuturo.
Gib Gas, Giuseppe! Kurvenreiche Madonie im Bergland zwischen Cerda und Caltavuturo.

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In der Oktober-Ausgabe 2021 des TOURENFAHRER: 

 

Türkei / Hommage an ein Reiseland und seine Menschen:

 

»Zwei Glas Tee mit etwas Zucker«

 

Reisen hinterlassen Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume. Eine wirksame Medizin gegen Lockdown, Ausgangssperre und Abstandsregeln in pandemi- schen Dürreperioden.

 

Zwischen Hellespont und Kappadokien sind Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) auf Erinnerungstour im Land des Halbmonds gegangen.

 

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Bühne frei: 15.000 Zuschauer blickten einst im antiken Theater von Milet auf Hafen und Meer, lange bevor der Flusssand des Büyük Menderes (Großer Mäander) die Küstenlinie verschob (2014).
Bühne frei: 15.000 Zuschauer blickten einst im antiken Theater von Milet auf Hafen und Meer, lange bevor der Flusssand des Büyük Menderes (Großer Mäander) die Küstenlinie verschob (2014).
Grandioses Göreme: Die Feenkamine und Tuffsteinfelsen von Kappadokien entstanden durch Vulkanausbrüche des Erciyes Dağı und Hasan Dağı vor Millionen von Jahren (2018).
Grandioses Göreme: Die Feenkamine und Tuffsteinfelsen von Kappadokien entstanden durch Vulkanausbrüche des Erciyes Dağı und Hasan Dağı vor Millionen von Jahren (2018).
Reiseroute »Zwei Glas Tee ...« / Türkei
Reiseroute »Zwei Glas Tee ...« / Türkei

Mehr braucht es nicht: »İki çay, lütfen – zwei Glas schwarzen Tee, bitte!« Und meine Sehnsucht
ist geweckt. Grüne Schluchten, schroffe Berge. Endlose Weiten, azurblaue Küsten und Seen so groß wie das Meer. Lehmhäuser und Feenkamine aus Tuffstein, versunkene Städte und antike Kultur. Meine Sehnsucht hat sechs Buchstaben, verbindet Okzident und Orient,
will Europa sein und Asien zugleich. T-ü-r-k-e-i. Sieben Reisen und zehnmal mehr Begegnungen mit ihren Menschen. Über Tausende von Kilometern fasziniert und gebannt, hingezogen und befremdet zugleich.


Mein Kopf wollte lange Zeit nie in dieses Land. Zu widersprüchlich die Bilder aus Politik, Presse und sozialen Medien. Zu viele Ängste und Vorbehalte: Kopftuch und Unterdrückung, Frauenrechte und Emanzipation. Das hältst du nicht aus, das ist nicht deine Welt. Doch dann war da mein Mann, der von seinen Reisen erzählte
und von seiner Sucht, sich danach zu sehnen.
Und die türkischen Kinder in meiner Klasse, die nicht müde wurden, mir zu Beginn der Ferien ein türkisches »Roadbook« zu schreiben. (...)

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In der Mai-Ausgabe 2021 des TOURENFAHRER: 

 

Griechenland / Chalkidiki:

 

»Fingerspiele«

mit Poseidons Dreizack

 

Kassandrarufe verkünden meistens nichts Gutes. Wenn aber der Ruf der Seherin den Reisenden nach Chalkidiki lockt, wird er Poseidons Reich betreten.

 

Mit den antiken Tourguides Kassandra und Sithonas erleben Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) göttliche Fingerspiele.

 

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Coole Küste: Zwischen Agia Kiriaki und Tristinika präsentiert Sithonia ein spannendes Panorama aus schroffen Felsbuchten und der Inselwelt von Spalathronisia.
Coole Küste: Zwischen Agia Kiriaki und Tristinika präsentiert Sithonia ein spannendes Panorama aus schroffen Felsbuchten und der Inselwelt von Spalathronisia.

Die Schlacht tobt seit Tagen - Götter gegen Giganten. Zitternd beugt sich die Erde unter den Schlägen des Giganten Alkyoneus. Nichts weniger als die Weltherrschaft wollen sie, die Söhne der Erde Gaia und des Himmels Uranus. Und es sieht nicht gut aus für die Herren des Olymps. Wutschnaubend schleudert Poseidon seinen Dreizack, entreißt der Insel Kos einen gewaltigen Brocken Land. Wild schäumt das Meer, als sich eine Felskante scharfkantig in die Brust des ungeheuren Polybotes bohrt, ihn zerfetzt und niederstreckt. Götterdämmerung!

 

Athene hat Poseidon fasziniert zugeschaut und wächst über sich hinaus. Die Göttin rast, schleift den Körper des Giganten Eukelados durchs Mittelmeer und begräbt seine noch zuckenden Reste unter der fingerlangen Halbinsel Pallene, besser als Kassandra bekannt. Eindrucksvolle Frauenpower!

 

Doch noch ist der Kampf nicht gewonnen. Sithonas, der Sohn des Poseidon, kämpft wie ein Löwe und setzt eine fingerlange Insel als Schwert ein. Gerade noch hat Gigant Athos einen gewaltigen Felsbrocken gegen die Götter geschleudert und damit für die Grundlage der gleichnamigen Mönchsrepublik gesorgt, da zerfetzt Sithonas' Naturschwert sein Kehle. Sithonia ist entstanden - der mittlere Zacken Chalkidikis.

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Innehalten: An Sithonias Küsten versprechen Bildstöcke mit einer bunten Ikonostase sogar neugierigen Touristen den Schutz der Heiligen.
Innehalten: An Sithonias Küsten versprechen Bildstöcke mit einer bunten Ikonostase sogar neugierigen Touristen den Schutz der Heiligen.

Beim Aufräumen im Keller habe ich den dicken Schinken wiedergefunden und mich festgelesen. »Griechische Mythologie« steht auf dem Titel, und abgeschmeckt mit zwei, drei Glas Tsipouro von der letzten Griechenlandreise ein wunderbarer Stoff, um dem allabendlichen Bombardement an Corona-Meldungen und Reiseverboten zu entgehen. Stoßgebete Richtung Olymp. Zwei Monate später sind uns die Götter gnädig. Poseidon sitzt im Tankrucksack, sein Dreizack liegt hinten quer auf dem Travelbag und die Enduros rollen nach Ancona. Man hat uns rausgelassen - endlich wieder unterwegs! (...)

Ausgestorben: In der Mittagshitze bleiben die Stühle der Tavernen von Afitos gegenüber der Kirche »Agios Dimitrios« leer.
Ausgestorben: In der Mittagshitze bleiben die Stühle der Tavernen von Afitos gegenüber der Kirche »Agios Dimitrios« leer.
Reiseroute »Fingerspiele«/Chalkidiki, gesamt 675 km.
Reiseroute »Fingerspiele«/Chalkidiki, gesamt 675 km.

In der Februar-Ausgabe 2021 des TOURENFAHRER: 

 

Griechenland / Euböa (Evia):

 

»Völlig losgelöst«

 

Euböa ist ein Mauerblümchen unter den griechischen Inseln. Doch auf »Evia« kommt alles zusammen, was gut ist: Strände mit kristallklarem Wasser, schroffe Berg- und wilde Küstenlandschaften, schlichte Dörfer und Städte.

 

Michaela & Udo Staleker (Text & Fotos) haben ein Endurado abseits des Tourismus entdeckt.

 

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Völlig losgelöst: Auf einer kleinen, per Boot zu erreichenden Insel vor dem Strand von Ellinika steht das Kirchlein des Heiligen Nikolaos.
Völlig losgelöst: Auf einer kleinen, per Boot zu erreichenden Insel vor dem Strand von Ellinika steht das Kirchlein des Heiligen Nikolaos.

Agiokampos. Die Fähre aus Glyfa spuckt gerade mal 20 Fahrzeuge aus, dann versiegt der Touristenstrom. Zwei, drei Hafentavernen bieten frischen Fisch und leckere »Mezes« (Vorspeisen), es duftet nach Fritiertem und so haben sich einige ältere Griechen bereits zu vormittäglicher Stunde bereit erklärt, mit einem Wasserglas Ouzo gegen die Corona-Nachrichten vom Festland anzukämpfen.

Enttäuschte Gesichter, als wir nur einen »Ellinikó« bestellen, einen pechschwarzen griechischen Mokka, der die Augendeckel hebt wie kein anderer, doch zugleich auch geduldig getrunken werden will. In Slow Motion sozusagen, sonst verbrennt man sich die Schnute und kaut kilometerlang auf Kaffeesatz unterm Helm. »Siga-siga«, immer mit der Ruhe.

Meine erste Evia-Lektion ist noch nicht ganz im Kleinhirn angekommen, da wischt mir auf der Weiterfahrt nach Loutra Edipsou beim Angasen gleich mal das Hinterrad weg. Alter, was verbauen die hier für einen Straßenbelag?! (...)

Vogelfrei: Steil stürzt der Dirfys-Gebirgszug zur Küste hinab. Weit unten flimmern die dunklen Strände von Chiliadou und Metochiou.
Vogelfrei: Steil stürzt der Dirfys-Gebirgszug zur Küste hinab. Weit unten flimmern die dunklen Strände von Chiliadou und Metochiou.
TF-Therme: Im Heilbad Loutra Edipsou kuren Rückenleidende seit der Antike in warmen Schwefelquellen. - Fingerfood: griechischer Frühschoppen mit Mezes und einem Glas Retsina. - Leckerschmecker: Shrimps Saganaki. - Gut gepflegt: Hübsches Bergdorf Avlonari.
TF-Therme: Im Heilbad Loutra Edipsou kuren Rückenleidende seit der Antike in warmen Schwefelquellen. - Fingerfood: griechischer Frühschoppen mit Mezes und einem Glas Retsina. - Leckerschmecker: Shrimps Saganaki. - Gut gepflegt: Hübsches Bergdorf Avlonari.
Reiseroute »Völlig losgelöst«. 3 Touren, gesamt 557 km.
Reiseroute »Völlig losgelöst«. 3 Touren, gesamt 557 km.

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