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Kein Regenschirm in Palanga

Reisetagebuch Bernsteinstraße   14. August 2018 - Eintrag: Michaela & Udo

 

Ein Ruhtetag ist angesagt, denn das weltgrößte Bernsteinmuseum an unserer Route wartet auf uns. Außerdem ist uns Petrus nicht gerade wohlgesonnen und die Aussicht auf einen weiteren pitschnassen Fahrtag in den Regenklamotten entzückt auch nicht gerade. Das „Best Baltic Hotel“ serviert am frühen Morgen schon Heringe mit Zwiebeln und weitere Köstlichkeiten aus der deftigen litauischen Küche. Das hält lange vor und ist für die dunklen Wolken gerade richtig. Gegen Mittag stechen los, zu Fuß natürlich. Die Gehwerkzeuge leiden bekanntlich beim Motorradfahren und sind froh, endlich mal wieder ausschreiten zu können. Ein Regenloch zeigt abgetrocknete Straßen und wir sind mit leichtem Gepäck unterwegs. Welcher Biker hat denn auch einen Regenschirm im Gepäck…???

 

Keine 10 Minuten später werden wir belehrt, was es heißt, ohne einen Knirps an der Küste zu sein. Es prasselt vom Himmel und die wirklich schöne Pier von Palanga versinkt im Nieseldunst. Bewundernswert die Litauer Feriengäste im Ort: Sie harren mit Regenschirmen an der Pier und am Strand aus, bis es wirklich nicht mehr geht. Wir stellen uns kurz unter einem Sonnenschirm unter, beraten, was zu tun ist. Kein findiger Last-minute-Regenschirm-Verkäufer in Sicht! Also weiter im Laufschritt Richtung Museum, welches in einem außerordentlich weitläufigen, beeindruckenden Park versteckt ist. Vier Kilometer erreichen wir es — pudelnass. Ihr müsst Euch jetzt vorstellen, wie wir auf dem WC des Museums in dem sehr schönen alten Schloss des Grafen Feliks Tyszkiwicz versuchen, uns mit Hilfe von Papierhandtüchern allmählich wieder „trocken zu legen“… 

 

Der Besuch des Bernsteinmuseums lohnt. Die Sammlung ist wirklich umfangreich und historisch-geologisch lehrreich aufbereitet. Wer alle Infotafeln, -stände und -kästen genau studiert, erfährt bis ins Detail, wie aus Baumharz innerhalb von bis zu 300 Millionen Jahren Bernstein wird und was der Mensch im Laufe der Jahrhunderte mit und aus Bernstein alles gestaltet und produziert hat. Gute zwei Stunden Lernprogramm - für Hardcore-Bernies auch gerne etwas länger.

 

Ganz besonders schön ist die Lage des Tyszkiwicz’schen (gell, das sind Aussprachehürden ;-)) Schlosses in einem Park ganz im Stil des Ludwigsburger Schlosses. Herrlich die alten Baumbestände und die ruhige Lage am Rande der Stadt. Wir genießen mit dem nachlassenden Regen den Spaziergang zurück nach Palanga und bummeln noch ein wenig durch diese schöne Stadt. Sie lebt offensichtlich ausschließlich vom Bädertourismus - aber es ist ein unaufdringlicher, fast beschaulicher, welcher der Stadt noch Atmosphäre und Luft zum Atmen lässt.

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