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Das letzte Softeis vor Polen

Reisetagebuch Bernsteinstraße   08. August 2018 - Tag: 245 km - Gesamt: 2446 km - Eintrag: Michaela 

Von Nachod (Tschechien) nach Syców (Polen) 

Ein paar versprengte Heavy Metal-Fans aus Jaromêr haben im „U Beranka“ Quartier bezogen und sind trotz „Head banging“ genauso zeitlich verschoben wie wir am Frühstücksbüfett. Verloren!  Schwarz umzingelt versuchen wir, einen Kaffee zu ergattern. Leider war die Zunge des Koches beim Abendessen weitaus besser drauf als beim Frühstücksbuffet. Wahrscheinlich ist ihm das Head banging am Küchenherd nicht bekommen. Eh, das muss man sich mal geben: 35 Bands auf fünf Bühnen an vier Tagen. Und dann soll der arme Kerl noch g’scheite Spiegeleier hinbekommen… Drinnen frühstücken bedeutet, den Körper bereits früh am Tag auf Motorbetriebstemperatur zu bringen. Also gönnen wir uns trotz des Kopfschüttelns des Personals die Terrasse und genießen  den Blick auf den Rynek von Nachod. Heute wollen wir über die Grenze machen — nach Polen. Doch vorher sollen die CRFs noch Rübezahl im Riesengebirge einen Besuch abstatten.

Unsere Elbe-Flusswanderung hat offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen (TF-Ausgaben 10 und 11 — coming soon!), wie sonst ist zu erklären, dass der bärtige Berggeist uns jetzt schon zum zweiten Mal im Riesengebirge auflauert. Wir haben also Trutnov geplottet und alle vier - die Eintöpfe samt Besitzer - freuen sich aufgrund von Umleitungen über eine schöne Nebenstrecke von Nachod dorthin. Schmale Straßen klettern bergauf, bergab, holpriges Terrain — Enduroland. Pappelalleen säumen das Asphaltband und laden zum Gleiten ein. Typische Bergdörfer im tschechischen Grenzland mit dem für die südlichen Ausläufer des Riesengebirges so typischen braun-weiß-quer gestreiften Fachwerk im südlichen Ausläufer des Riesengebirges lassen eine Hauch erahnen, wie das Leben hier tickt. Wir versuchen die Szenerie auf Fotos zu bannen.

 

Trutnov will uns nicht hineinlassen und wir kämpfen auf mehreren Altstadtrunden um den rechten Weg zum Rynek. Schließlich tuckern die 250er in die Innenstadt und werden wir mit einem einzigartig schönen Marktplatz und dem berühmten Rübezahlbrunnen belohnt. Nach einem Kaffee und dem letzten Softeis vor Polen starten wir Richtung grüne Grenze. Das Sträßlein schraubt sich stetig bergan und auf der Passhöhe ist mächtig was los. Dann stürzt der Weg hinab ins Tal und Polen kommt schneller als erwartet. Drei Gasstöße später finden wir uns auf einer Schnellstraßenschneise in Richtung Breslau wieder und die Motoren der Enduros jammern unter uns wegen der erbarmungslosen Hitze von fast 40° Celsius. Aber heute sind Meter angesagt und eine gute Stunde später finden wir uns im Stadtverkehr von Breslau wieder. Umleitungen, Ampelsprints, Hektik, Stress und keine Gebete. Wir wollen nur noch durch und endlich wieder freie Fahrt gewinnen. 

 

In Olésnica (Oels) werden wir für unsere Ausdauer belohnt. Ein malerischer Rynek mit herrlichen Kirchtürmen, einem Basilikaensemble hinter einer mächtigen Stadtmauer mit trotzigem Backsteintor und leckeren Kuchentörtchen im Café „Amaretta“ zeigt uns mal wieder, wie einladend  Polen sein kann. Ein wunderbares Reiseland, wenn man die kleinen Wege bevorzugt. Meine Standleitung zu booking.com funktioniert immer noch und so finden wir zum Ausläuten des Tages ein schönes Quartier in Syców: „Aroma Stone“ mit Therme und Spa-Programm — my God, wir sind viel zu müde, um uns jetzt noch verwöhnen zu lassen…

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