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Jeruzalem liegt kurz vor Ungarn

Reisetagebuch Bernsteinstraße   04. August 2018 - Tag: 175 km - Gesamt: 1430 km - Eintrag: Michaela

Von Ptuji (Slowenien) bis Szombathely (Ungarn)

 

Die Hotelaussicht am Morgen hält, was das Prospekt verspricht. Ein Postkartenpanoramablick auf Ptjui mit herrlichen Spiegelungen auf der Drau. Da springen wir für ein Foto doch glatt die paar Meter vom Hotel zum Fluss hinab. Die Sonne wärmt schon mächtig und wir zögern die Abfahrt noch ein wenig hinaus - mit einem herrlichen Frühstück im Hotel „Pomeranca“. Drei Sunny-side-up-Spiegeleier bringen uns den Cholesterinflash des Tages und wir sind pappsatt…

 

Die Bikes gepackt und dann ab Richtung Ungarn. Über Ormoz hinauf in die Weinberge nach Jeruzalem. Ein Volltreffer. Wir landen direkt in der Slowenischen Steiermark und damit im Mikrokosmos eines vortrefflichen Weinanbaugebiets, ähnlich der Toskana. Wir gleiten über Rebenhügel und bedauern zum ersten Mal, dass wir zwei Räder unter uns haben und sich ein paar Sixpacks mit guten Tropfen kapazitätsbedingt verbieten. Hier könnten wir doch glatt länger bleiben. Mein innerer Notizblock schreibt auf: Weinrpobe in Jeruzalem, das muss in unserem Leben noch einmal sein - und dann mit Papa und Mama.

Trinkpause auf einem Hügel beim Winzerhaus Malek. Der Verkoster schaut mich entsetzt an, als ich nur eine Karaffe Wasser bestelle. Eine halbe Stunde später probiert Udo dann doch noch vom leckeren Hauswein, einer Mischung aus Chardonnay und Grasuburgunder in einzylinderfreundlicher Dosierung eines „Achtele“. Fruchtig auf der Zunge und im Nachgang gehaltvoll, grad so wie das anschließende Hinabgleiten in das Obstanbaugebiet rund um Lendava herum. 

 

Wenig später überqueren die Hondas ohne Kontrollen die Grenze nach Ungarn und wir rollen durch eine völlig andere Szenerie. Wirtschaftlich mindestens drei Stufen ärmer, die Nebenstraßen ausgewaschen, holprig, sandig und mit großen Schlaglöchern, vor denen selbst ein 21-Zoll-Rad Respekt haben sollte. Von den Häusern bröckelt der Putz, einfache Gemüsegärten nach hinten und zur Straße hin ein Zaun als Abgrenzung. Die Namen der Dörfer sind lang und lustig, kaum auszusprechen, geschweige denn zu merken. So schlendern die 250er langsam, aber stetig nach Norden über Nemesnép, Öriszentpeter und schlielich durch den Nemzeti Nationalpark nach Ják. Uns empfängt die mächtige Abtei des heiligen St. Georg, die 1220 erbaut wurde. Gegenüber der großen Abtei werden wir in einem Café nett empfangen und bewirtet: Eineinhalb Liter Eistee verdampfen in Sekundenschnelle, zwei kleine Kaffee erwecken uns wieder zum Leben und wir genießen die Abendsonne hinter den hohen Bäumen auf dem Kirchfried. 

 

 

Glockenläuten und aus der Abtei erklingt der Gesang zum samstäglichen Abendgottesdienst. Besser kann das Wochenende auf den letzten 19km bis Szombathely nicht beginnen. Booking.com weiß von einem Viersterne-Parkhotel und wir checken kurz entschlossen ein. Wenigstens eine Nacht in Ungarn - und bezahlbar ist sie obendrein. Ein wenig Fin de Siècle-Charme, doch irgendwie liebenswert und gemütlich. Die Hondas stehen entspannt im Hof des Hotels und wir schlafen romantisch unter dem Dach. - 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    stödtlen (Sonntag, 05 August 2018 13:18)

    hi ihr zwei...was macht die Hitze mit euch?
    wir denken an euch...
    genießt die Freiheit auch wenn es nicht super viele PS unter euch sind (gell Udo :-)
    liebe grüße von der ostalb

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