Türkei-Reise, Teil 4: Auf der Resadiye- Halbinsel nach Knidos

Akyaka - das Dorado der Windsurfer am Ende der Gökova-Bucht
Akyaka - das Dorado der Windsurfer am Ende der Gökova-Bucht
Alles klar - tamam,tamam :-)
Alles klar - tamam,tamam :-)

Nach einem sehr erholsamen Ruhetag auf einer Liege unterm Sonnenschirm (So verbringen manche Menschen ihren kompletten Urlaub.. ;-)) sind wir wieder auf Achse. Akyaka am Ende der windreichen Gökova-Bucht ist unter Surfern schon seit langem kein "Geheimtipp" mehr, wie das Foto anschaulich verdeutlicht. Wer nicht konzentriert surft, verheddert seinen Schirm mit dem eines "Mitbewerbers" und genießt fortan die Vorteile des Tandem-Flugs.

Auch eine Form der Kontaktaufnahme... ;-)

Der Blick auf die Bucht ist von der Passstraße zum Cetibeli (550m) möglich, einem Bergpass, der die Enduros kurz, aber heftig auf ein Plateau hievt, mit schönen Ausblicken auf die Bucht belohnt, um kurz darauf nochmals entschlossen auf den Bergrücken des Balaban Dagi (1000m) hinaufzuklettern. Türkische Straßenbauer fackeln dabei nicht lange, sondern nehmen Steigungen gern direttissima. Der KTM gefällt's, darf sie doch endlich mal einen Teil ihrer 150 PS aktivieren...

 

 

Blick auf das Häusermeer von Marmaris
Blick auf das Häusermeer von Marmaris

Oben auf der Passhöhe schließt man dann freiwillig das Gas - so schön geht der Blick hinab auf die Inselwelt der Bucht von Marmaris. Allah, hier hast Du es besonders gut mit den Menschen gemeint. Und auch wenn alles da unten im fahlen Licht der Mittagshitze flimmert, so wird die Abfahrt hinab in den drittgrößten Fährhafen an der Ägäisküste der Türkei ein erhabener Gleitflug, der dich aufsaugt, endlos andauern könnte, dich an seinem Ende aber abrupt in das Häusermeer von Marmaris entlässt und damit schlagartig wieder erdet. Ganz so schlimm wie in Bodrum ist es verkehrstechnisch aber nicht, denn die nach Datca ausgeschilderte Straße hält sich nicht mit dem sonst in türkischen Städten üblichen Häuserkampf auf, sondern touchiert lediglich Marmaris' Vorstadtbezirke  und schon bald verabschiedet einen die palmengeschmückte Umgehungsstraße Richtung Resadiye-Halbinsel. Gewonnen! Eine weitere Passstraße mit heftig missbrauchtem, verdieseltem Belag kurvt nach Yavacik hinauf und pfeilt als Landstraße 400 zielstrebig westwärts. Der Lohn des Schweißbades: ein spektakulärer Bellavista auf die Schären der Marmaris-Halbinsel, die ihre vielen Zehen wie zur Abkühlung in die Gökova-Bucht zum Fußbad taucht. Die Straße wechselt mehrfach die Küste, gut ausgebaute, schnelle Passagen, welche die KTM die Tonlage wechseln lassen, dann gibt es immer häufiger kleine Abstecher zur Hisarönü-Bucht auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel, die an kleinen, schnuckeligen Badestränden enden und investitionsfreudige Touri-Manager verführt haben, zwischen Emecik, Aktur und Datca perfekt abgeschottete Ferienoasen als "Clubs" zu installieren. Hier bekommen flugverwöhnte Briten, Holländer, Franzosen, Italiener und Deutsche alles aus einer Hand, was einen gelungenen "Ich-lass-mich-jetzt-mal-zwei-Wochen-verwöhnen-Urlaub" gelingen lässt. Apartment, Liege, Schirmchen, Café, Restaurant, Liegeinseln, Market, Kuaför (Frisör) und abends ein landestypisches Unterhaltungsprogramm oder alternativ den Dolmusch-Shuttle nach Marmaris in die Vergnügungsviertel der Stadt. Man kann diesem All-inclusive-Trend offensichtlich nirgendwo mehr entkommen. Wenn man allerdings am Pförtnerhäuschen dieser Anlagen erstmal betteln muss, um die Erlaubnis zur Beäugung von Strand und Küste zu erhalten, dann bläht sich schon das eine oder andere Mal der Kragen unter dem Helm.

Sundown am äußersten Westzipfel der Resadiye-Halbinsel
Sundown am äußersten Westzipfel der Resadiye-Halbinsel
Enduroland am Westzipfel der Resadiye-Halbinsel
Enduroland am Westzipfel der Resadiye-Halbinsel

Mit dem rustikalen Straßendorf Resadiye haben wir es hinter uns: Landschaft und Ortschaften werden wieder türkisch. Ein paar Löcher im Asphalt, ein wenig Staub in der Luft, rechterhand stehen sogar noch (stillgelegte) Ölmühlen mit tuchbewehrten Flügeln, knackig-heiße Kiefernwälder, die Angst vor jedem Streichholz oder Zigarettenstummel haben, und knochen-trockene Olivenhaine. Dazwischen viel Grün mit kleinen Gärten, in denen Gurken, Tomaten, Paprika und Salate angebaut werden. Eine serpentinenreiche, spannende Abfahrt führt hinab nach Mesudiye. Hier muss man sich entscheiden, welche der beiden ausgeschilderten Buchten man ansteuern möchte. Wir finden in der Ovabükü-Bucht ein alternativ angehauchtes Dorf mit etlichen Restaurants und Pensionen. Etwas für Künstler, Sandalenpilger und Traveller, die bewusst die Distanz zum Massentourismus suchen. Die Einheimischen wissen das zu schätzen und kassieren entsprechend ab: Für das Zimmer zahlt man überall vergleichsweise heftige 200 TL (70 Euro) und tut gut daran, auf einen entsprechenden Gegenwert zu achten. Wir entdecken nach längerem Kreisen die Pansyion "Hoppala" (bedeutet "Kinderschaukel") und werden von Sevgin und Salih Güclü am Abend mit einem leckeren Menü verwöhnt, das vornehmlich mit Zutaten und Gemüse aus dem eigenen Garten zubereitet wurde. 

Antikes Knidos: Blick auf den ehemaligen Kriegshafen
Antikes Knidos: Blick auf den ehemaligen Kriegshafen

Unbestrittenes Hightlight dieser Resadiye-Exkursion ist allerdings der abendliche Abstecher zum antiken Kriegshafen von Knidos am äußersten Westzipfel der Halbinsel. Eine sehr weitläufige, anschaulich mit weißen Steinmarkierungen "geordnete" Ausgrabung direkt am Wasser. Ein interessanter Versuch, dem Grabungsbesucher eine Art "räumlichen Lageplan" zu präsentieren.Der ehemalige Kriegshafen wird heute von friedlichen Seglern und Ausflusbooten angelaufen und bereitet uns im warmen Licht der Abendsonne fotografische Leckerbissen. In Knidos lebten einst 70.000 Menschen und die Stadt war eines der wichtigsten Mitglieder des lykischen Bundes. Der Rundgang ist unbedingt lohnend: ein schönes Theater, eine Agora mit wieder aufgerichteten Säulen, die Grundrisse und Überreste von Lager-, Wohn- und Badehäusern, steile Quaderstraßen bergan...wir packen es in der uns noch verbleibenden Stunde nicht, alle Schätze des alten Seehafens zu entdecken, und werden doch mehr als satt an diesem Abend. Der wunderschöne Sonnenuntergang über der Landzunge von Knidos mit dem badenden Koloss der griechischen Insel Nissiros im Hintergrund legt noch eins obendrauf und lässt die Seele schweben...

Wunderschöne Abendstimmung in Knidos
Wunderschöne Abendstimmung in Knidos

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