The long way home - Teil 3 - Crossing Turkey

Tercan - Osmancik / Motel Atahalan: 610 km

Tercan: Frühstück unter Männern
Tercan: Frühstück unter Männern

Michaela dürfte seit langem die erste Frau im Tercan Café gewesen sein - doch der Männergesellschaft, die sich am frühen Morgen dort zum ersten Cay mit Zigarette einfindet, scheint es zu gefallen. Eine Stunde später sind die Enduros gesattelt und wir genießen das noch milde 9-Uhr-Licht auf den Bergflanken der Esence Daglari wenige Kilomter vor Erzincan. Steil geht es hinauf, vom Flusstal des Karasu in 1400m bis auf die Gipfel des Karakaya Dagi (3115m) und des Esence Tepesi (3549m) - gewaltig und imposant in einem Atemzug. Gleichsam ein letztes Aufbäumen der landschaftlichen Schön- und Besonderheiten Ostanatoliens, denn ab Erzincan glättet sich das Land, legt Bügelfalten an und gestattet ein länger anhaltendes Gasgeben.

Den Cay bitte mit Zitrone...
Den Cay bitte mit Zitrone...

Die D100 / E80 macht Meter und kennt fast kein Atemholen. In den letzten drei jahren haben die türkischen Straßenbauer gewaltig zugeschlagen und den Osten fast vollständig an das zumeist mehrspurige Überlandstraßennetz der Türkei angeschlossen. Wer also im Zeitraffertempo von West nach Ost will, nehme diese Route und er ist in drei, vier Tagesritten am Fuße des Ararat. Unvorstellbar die Zustände von vor über 20 Jahren, als meine erste Ténéré mich in den Osten des Landes trug und die Stollenreifen noch kräftig zu tun bekamen...

 

Susheri, die beflaggte Burg der Festungsstadt Resadiye, das schöne Erbaa-Tal und die schroffe, enge Felsenlandschaft rund um Amasya - dann knickt die Route kurz hinter Suluova in das staubige Tal Merzifons ab und es wird wieder drückend heiß.

35, 36 Grad im Fahrtwind meldet der Bordcomputer und wir ölen im Flusstal des Karaköy Cayi selbst bei Marschtempo 100 und bei weit geöffneten Reißverschlusslüftern .

 

Samovar - wir lieben Dich!
Samovar - wir lieben Dich!

 

 

Hinter Osmancik will die Straße wieder hinauf in die Bergwelt der Ilgaz Daglari - doch langsam, da hinten am Horizonz braut sich tiefschwarz etwas zusammen. Ich habe den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da prasselt es bereits auf den Windschutz der KTM und der Blick durch die Crossbrille verschliert. War da nicht eben ein Motel am Wegesrand? Der nächste U-Turn gehört uns, und kaum haben wir das nötige Gepäck aus den Alukisten der Motorrädern gezerrt, da blasen die Osmanen zum Sturm und auf der Terrasse des Motel Atahala (N 40° 58.274' // E 034° 41.947') fliegen den Jungs an den Verkaufsständen die Pistazien, Nüsse, Baklava und Lokum-Leckereien um die Ohren. Schneller war nie ein Abgang und wir sind allahfroh, vom Motelzimmer aus die weiteren Gefühlsausbrüche der Natur beobachten zu können...

Auf dem Weg nach Erzincan
Auf dem Weg nach Erzincan
Ein Stück heiles Anatolien: das  Erzincan Ovasi
Ein Stück heiles Anatolien: das Erzincan Ovasi
Faszinierende Gebirgsimpressionen vor Resadiye
Faszinierende Gebirgsimpressionen vor Resadiye
Verträumtes Dahingleiten im Erzincan Ovasi
Verträumtes Dahingleiten im Erzincan Ovasi
Buntes Farbenspiel an den Bergflanken im Erbaa-Tal
Buntes Farbenspiel an den Bergflanken im Erbaa-Tal

Unvergleichliches Ostanatolien
Unvergleichliches Ostanatolien

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Kommentare: 4
  • #1

    Irmgard Gschwind (Donnerstag, 29 August 2013 19:12)

    Hi,
    tolle Reise, beeindruckende Bilder und Erlebnisse; dennoch schön, den Kirchturm von Reubach wieder zu sehen?! Noch ein paar erholsame Tage, bis bald.
    Irmgard

  • #2

    Thomas Spahr (Donnerstag, 29 August 2013 19:40)

    Hallo Liebe Stalekers
    Ihr habt mir viel Freude mit euren Berichten gemacht, vor allem mit den tollen Bildern und Schilderungen von Persepolis. Ich wünsch euch noch schöne Tage in der Türkei. Geniesst noch die Wärme, denn bei uns solls bald kalt werden.
    Gute Heimreise Thomas

  • #3

    Peter & Martina (Freitag, 30 August 2013 11:55)

    Hallo, liebe Michaela, lieber Udo,
    wir freuen uns mit euch, dass alles bisher so prima lief, vor allem die Motorräder. Es gab ja ´ne Menge zu lesen und anzuschauen. Das hat uns euer Fleiß gebracht. Interessant und abwechslungsreich, dazu schöne Bilder - was will der geneigte Leser mehr.
    Nun wünschen wir euch erfolgreiche und gesunde letzte Kilometer! Wann trefft ihr denn wieder in eurer heimatlichen Metropole ein?
    Liebe Grüße von Peter & Martina

  • #4

    Angela (Samstag, 31 August 2013)

    Liebe Michaela, lieber Udo,
    während ich dies schreibe, habt ihr sicherlich schon im heimischen Hafen angelegt und hoffentlich noch ein paar entspannte Tage, so dass die Seele Zeit hat nachzukommen. In den letzten Tagen konnte ich endlich mal (...war doch relativ viel aushäusig) einen längeren Blick in eure Schatzkiste werfen und habe voller Staunen geschaut und gelesen. Danke! Was für Entdeckungen!
    Gute Erholung! Ich freue mich auf ein Wiedersehen und weitere Berichte.
    Alles Liebe
    Angela

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