The long way home – Teil 1: Von den Moscheen nach Masuleh

Esfahan - Qazvin: 480 km

Hallo, wir haben ein paar Tage nichts von uns hören lassen, denn es gab keinen Internetzugang unterwegs. Ab Esfahan hat die Heimreise begonnen – auf Umwegen versteht sich, denn es gilt, noch ein paar orientalische Edelsteine am Wegesrand aufzusammeln.

 

Ein großer Schluck aus der Kilometerpulle ist fällig. Wir haben uns in den Kopf gesetzt, doch noch bis fast ans Kaspische Meer vorzustoßen, um das bekannte, ja, im Iran fast wie ein Wallfahrtsort beliebte Dörfchen Masuleh (Masooley) in den feuchten Bergen des Kuhha-ye Tales kennenzulernen. Also vierspuriges Ballern über Murcheh Khort, Meymeh, Delijan, Salafehegan bis in die quirlige Großstadt Saveh. Die Route bleibt konstant in 1400-1600 Metern Höhe, in weiter Ferne flankieren die Berge des Kuhha-ye Qohrud, nicht ernsthaft spannend, sondern eher highwaymäßig distanziert. Im den Sommermonaten ein ausgebranntes Land, das die tiefstehende Sonne der Spätnachmittags- und Abendstunden braucht, um Dramatik und Farbtiefe aufzubauen.

 

Wir haben inzwischen längst kein Sitzfleisch mehr, drücken das Ar…weh tapfer zur Seite, fassen alle 100 Kilometer einen Liter Wasser oder die Bierbrause Istak, ärgern uns über den immer dichter werdenden LKW-Verkehr Richtung Teheran, sehen waghalsige, völlig „blinde“ Überholmanöver von vollgepfropften Familienkutschen, die nur um Haaresbreite nicht als Frontalaufprall enden. Fielmann – hier hättest du noch ein Betätigungsfeld… Und übrigens: Wer meint, das Transportaufkommen in Deutschland auf der A6 oder A8 sei inzwischen unerträglich, der komme mal mit zu den Lebensadern der 12 Mio.-Stadt Teheran. Da ist inzwischen jedes zweite Fahrzeug ein LKW – und was für Kaliber. Die ausgelutschten Motoren blasen dermaßen heftige Rußwolken raus, dass am Abend kein Tankwart und kein Hotelier mehr glaubt, dass Michaela in Wirklichkeit eine „Madame“ ist. Schwärzere Schnurrbärte tragen selbst Iraner nicht…

 

In Qazvin ist Endstation im Marmar-Hotel. Wir sind platt und heilfroh, ein sauberes Quartier zu bekommen. Die leicht gelangweilte Dame des Hauses möchte für Zimmer, Abendessen und Frühstück um die 1.800.000 Rial oder 180.000 Tuman, wie wir inzwischen gelernt haben. Das sind ca. 40 Euro und damit guter Durchschnitt bei iranischen Mittelklassehotels. Ab und zu ist zwar jemand dabei, der meint, er müsse das Geschäft des Monats mit den „Touristen“ machen, aber das sind erfreulich seltene Ausnahmen. Wir haben mit der Gewalttour jedenfalls unser Ziel erreicht. Morgen geht es über die nordwestlichen Ausläufer des Elburz-Gebirges (Kuhha-ye Alborz) nach Masuleh, wo man den Leuten gehörig aufs Dach steigen kann. Hoda afez – bis zum nächsten Internet-Hotel. Insh' Allah...

 

Wir reichen noch Bilder nach; die Internetverbindungen sind derzeit "dead slow". Sorry!

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Kommentare: 1
  • #1

    Hossein (Mittwoch, 21 August 2013 11:34)

    Hi dear friends

    I read your report and its great but there is few photos unforchnetly
    so,as you told 1,800,000 Rial means 180,000 Toman it means you didnet learn our currency yet !
    Please try to understand it :-)

    Safe ride!

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