Ancona - Igoumenitsa: Holiday on board

Cesenatico - Ancona (Fährhafen): 140 km

Wir können es gemütlich angehen lassen, denn uns trennen nur noch 140 km vom Fährhafen Anconas. Der Barbiere des Camping Village freut sich bereits früh am Morgen über meinen Besuch und anschließend unterscheidet mich nur noch die nordische Blässe von einem echten Italiener ;-) Der kleine Minimarkt des Platzes führt Croissants und Yoghurt im Sortiment und natürlich macht uns die noch verschlafene Signora in der Bar nebenan den besten Cappuccino an der ganzen Adriaküste. Wie könnte es auch anders sein…

Zwei Stunden später ist Schluss mit gemütlich. Bei unserer Ankunft steht vor den Schaltern im separaten Ticketgebäude unweit der Kais bereits die halbe EU Schlange: Großfamilien mit Kindern, Rucksacktouristen, Langzeitabenteurer, Radfahrer, Motorradfahrer, tattoogeschmückte Prolos und handtäschenbewehrte Schickimicki-Damen mit hohen Stöckelschuhen, Orientierungslose und Alleswisser, Schlangesteher und Schlangespringer, Geduldige und Hypernervöse – hier ist alles vertreten. Meine Frau hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, das schweißtreibende Anstehen am Schalter zu übernehmen, um unseren Voucher gegen ein gültiges Fährticket zu tauschen, und so kann ich das Straßentheater vor dem Gebäude in vollen Zügen genießen.

Draußen am Igoumenitsa-Kai wartet die „Helenic Spirit“ mit weit geöffneter Heckklappe, doch der Lademeister hat noch alle Hände voll zu tun und so beginnt das Laden erst mit guten zwei Stunden Verzögerung. Im Bauch des Schiffes reihen sich die Motorräder kurz darauf wie beim Le Mans-Start und man hilft sich gegenseitig beim Aufbocken. Ein Verzurren oder gar Abspannen der Bikes gibt es auf diesen riesigen Fährschiffen wohl gar nicht mehr und ich möchte nicht erleben, was sich da unten abspielt, wenn Poseidon das Mittelmeer mal so richtig in Wallung bringen sollte.

Dank der satten Verspätung wird das Auslaufen zu einer wahren Panoramashow. Die Spätnachmittagssonne vergoldet die Hafengebäude und Kaianlagen Anconas, als die Fähre im Hafenbecken langsam dreht, allmählich Fahrt aufnimmt und die Sonnenstrahlen in ihrem Kielwasser funkeln lässt. Am Heck des Schiffes lehnen wir mit den wahren Genießern unter den Fahrgästen über der Reling, mit einem Drink in der Hand und verfolgen einen traumhaft schönen Sonnenuntergang. Endlich F e r i e n - keine Klassenarbeiten mehr, keine Elterngespräche, keine Konferenzen, keine Prüfungen, keine Kennenlernnachmittage, Verabschiedungs- und Schuljahresschlussfeiern. Schön war’s – doch nun ist’s Zeit für Alice Cooper: „School’s out“ – not forever, aber mal für viereinhalb satte Wochen. Im Heckwasser der „Helenic Spirit“ verschwinden die Sorgen und der Stress der letzten Wochen – ein verdammt gutes Gefühl! -

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Dähmlow (Freitag, 02 August 2013 16:11)

    Hallo,
    "La prima Donna" gibt auf dem Fährschiff eine gute Figur ab.
    Schwitzen Sie auch so wie hier in Deutschland oder kühlt der Fahrtwind doch ein wenig?
    Ein schönes Wochenende Ihnen beiden.
    MfG aus dem heißen Gaildorf.
    W.Dähmlow

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