Wieder daheim

Batumi - Reubach: 3430 km

30. August 2011, 2 Uhr morgens: Nach genau 3430 Rückreisekilometern haben wir wieder den vertrauten Kirchturm unseres Heimatdorfes Reubach im Hohenlohischen erblickt. Auch die Rückreise verlief pannenfrei – und dafür danken wir Allah und Gott gleichermaßen. Beide haben gut zusammengearbeitet – vielleicht ein Vorbild und eine Anregung für die ganz große Politik ... 



 

Wir haben in unseren TOURENFAHRER-Beiträgen stets Wert darauf gelegt, den Lesern Reisethemen zu präsentieren, die von jedem "normalen" Biker innerhalb eines Jahresurlaubs zu bewältigen sind. Auch dieses in die Länder rund um den Ararat führende Reiseabenteuer entspricht diesen Vorgaben – wenn auch in einem gewissen Grenzbereich. Wir haben in viereinhalb Wochen 12.800 Reisekilometer zurückgelegt. Dieses gewaltige Pensum und die vielen beschriebenen grenzverkehrsbedingten Stolpersteine unterwegs erlaubten uns lediglich einen einzigen Ruhetag – mehr war nicht drin, und es hätte auch nichts Unvorhergesehenes passieren dürfen. 


Ein erholsamer Urlaub sieht sicherlich anders aus, aber wir haben dennoch einen "Tank" füllen können, der uns wieder gut über den Winter bringen wird. Tausende schöner Bilder auf der inneren Festplatte: extrem unterschiedliche Landschaften und Städte, Kontakte zu fremden Menschen, Kommunikation mit Händen und Füßen, täglich improvisieren müssen und flexibel sein, mit Wenigem wochenlang auskommen müssen, den Lebenskomfort auf das Notwendigste reduzieren und sich trotzdem wohl dabei fühlen.

 

Und immer wieder: das eigene Leben hinterfragen, über Vorurteile und Klischees nachdenken, die politische Bühne mehrfarbig hinterleuchten und die oftmals vorhandene Kleingeistigkeit ihrer Repräsentanten erkennen. Wir haben uns nicht erholt, keineswegs, aber wir sind wieder fit für ein besseres und toleranteres Miteinander im Berufe und in unserem Alltag.

Natürlich wünschen wir uns, dass der eine oder andere Tourenfahrer unseren Blog als "Appetizer" gelesen hat, um nun selbst wieder oder zum ersten Mal auf große Tour zu gehen. Nach der Veröffentlichung unserer großen Türkei-Rundreise im letzten Jahr erhielten wir von älteren TF-Lesern häufiger bestätigt, wie schön es doch in Anatolien sei und dass man selbst in den 80ern und 90ern solche Enduroreisen gemacht habe. Wie toll wäre es, Ihr alten Kämpen, Euch unterwegs noch einmal begegnen zu können. Es muss keine 12er BMW sein, da reichen die kleinen Einzylinder, wie wir sie früher fuhren, aber ein Zelt muss dabei sein, Schlafsäcke, Isomatten und eine Feldküche. All-inclusive haben wir doch daheim!

6200 Motorradkilometern "hinter dem Ararat" - und wir sind nur einem einzigen Enduristen begegnet: Karst aus den USA, der seine ältere "F 650 Paris-Dakar" von den Staaten nach Europa verschifft hat und nun seit einigen Wochen die Länder tief im Osten bereist.

Karst ist an die 60, reist allein, übernachtet "off-road", wenn es keine Unterkunft gibt, hat bereits über 13000 km abgerissen (sein Mefo-Reifen hat immer noch gut Profil) und freute sich wie wir tierisch auf eine Gelegenheit zum Klönen.

Wir kamen vom Ishak Pasa Serayi, er wollte dorthin, nachdem er sich wochenlang in Georgien und Armenien herumgetrieben hatte. Nach einer Stunde sagten wir "Bye" und tauschten die Adressen für ein "See you again some day". Diese Art Begegnungen haben wir sehr vermisst – der "main stream" heute scheint ganz woanders hin zu fließen ... 


 

Mit einer Abschiedsgalerie und Bildern von menschlichen Begegnungen in Dogubayazit möchten wir uns verabschieden und noch ein wenig Stoff zum Träumen bieten.


In diesem Sinne wünschen wir Euch Lesern dieses Blogs schöne Motorradurlaube, viele gute menschliche Erfahrungen unterwegs, eine Prise Abenteuer, wenn Euch danach ist, und eine gute Heimkehr in Euren Alltag. 



Danke fürs Mitlesen und Begleiten unserer Tour 🙏


Michaela & Udo Staleker

Menschen in Dogubeyazit

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