Ein Jahr Planung ...

Fast ein Jahr Planung liegt nun hinter uns und plötzlich sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zur Abfahrt. Im letzten Jahr fuhren wir bis zum Ararat, standen bei Ani an der armenischen Grenze und wussten plötzlich, wir kommen wieder. Was liegt hinter den Schluchten an der Grenze, wohin fließt die Kura und welche Bergdörfer verstecken sich unterhalb der schneebedeckten Gipfel des Kaukasus? "Hinterm Ararat geht’s weiter" – und auch wenn wir nur vier Sommerwochen Urlaub und Zeit haben, so muss es doch reichen, um genau das heraus zu bekommen. Gedacht, gesagt und geplant. Die trüben Herbst- und Wintertage vergingen mit Vorbereitungen und Planungen für unser neues Reisevorhaben wie im Flug. Zwischendurch noch schnell ein Multimedia-Projekt als Benefiz-Veranstaltung für die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Japan, dann tasteten wir uns ganz langsam an das neue Thema heran: Nach Georgien soll es gehen, dann weiter nach Aserbaidschan, allerdings leider nicht nach Armenien, denn von dort aus geht es nicht weiter, sondern nur wieder zurück nach Georgien. Die Besetzung von Berg Karabach hat die Armenier isoliert und für Reisende bedeutet das, wir müssen uns entscheiden. Mit einem Blick auf die Kaukasuskarte beschließen wir: Unsere Rückreise führt uns durch den Norden Irans. Was als Idee geboren wurde, verlangt nun harte Konsequenzen bei der Vorbereitung der Tour. Wir bemerkten sehr schnell, dass es mit einer guten Ausrüstung alleine nicht getan ist. Erste Infos über Straßenzustände und die Befahrbarkeit der Bergregionen lassen uns den Gedanken, wieder mit Supermotos auf die Reise zu gehen, schnell verwerfen. So macht die gute alte XT 660 X Platz für die fernreisetauglichere Schwester Ténéré und die edle Factory-Peggy muss der schnöden Peggy Trail weichen.

Neben guten Einzylindern benötigten wir natürlich noch die Transitvisa für Aserbaidschan und den Iran. Das Konsulat von Aserbaidschan stellt das begehrte Dokument jedoch nur aus, wenn bereits das Visum des Anschlusslandes im Pass eingetragen ist. Der Iran wiederum verlangt, dass die Beantragung des Visums maximal 2 Monate vor dem Reisetermin erfolgen darf. Einreisetag, Ausreisetag, Aufenthaltsdauer, Unterkünfte – alles muss vorher genau festgelegt werden, also Route plotten, rechnen, Tageskilometer festlegen und entscheiden. Wird den Aserbaidschis die relative kurze Frist für die Ausstellung des Visums reichen?

Wir lernen gründlich, uns in Geduld zu üben. Und noch eine Fußangel wartet am Wegesrand: Man kann das Visum für den Iran nicht einfach beim Konsulat holen, denn man benötigt eine so genannte Referenznummer, die von einem Vermittler besorgt werden muss. Wir haben uns einen "V-Mann" in Göttingen ausgesucht und ihm unsere Pässe zugeschickt. Leider gehen diese auf dem Postweg verloren und wir müssen zwei neue Express-Pässe besorgen. Also noch einmal pro Pass 90 Euro Extrakosten. Der Post ist der Verlust ziemlich wurscht. Nach drei Wochen stellt sie die Nachforschungen ein und erstattet für das Einschreiben (!) großzügige 26 Euro. "Ja, hätten Sie die Sendung als Paket verschickt!" Das nennen wir Service ...

Beim nächsten Anlauf gehen die Unterlagen persönlich an einen Vermittler in Stuttgart und wir halten nach ca. vier Wochen Mitte Juni glücklich unsere Pässe mit den kostbaren Visa in den Händen. Nun noch die Visa für Aserbaidschan. Auch diese kann man sich nur über eine Visa-Agentur besorgen, aber der Vermittlungsdienst in Berlin ist diesmal extrem hilfreich. Ankunft der beiden Pässe mit vollständigen Visa Mitte Juli. Alles geschafft, nun kann es losgehen! Doch bekanntlich soll man den Tag nicht vor dem Abend loben ...

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