Mo

01

Sep

2014

Türkei-Reise, Teil 9: Ausklang mit Aphrodite

Aphrodisisas: Das Tetrapylon - ein reichhaltig verziertes Zeremonientor
Aphrodisisas: Das Tetrapylon - ein reichhaltig verziertes Zeremonientor
Aus Chillies wird Pul Biber - und der brennt mindestens zweimal ;-)
Aus Chillies wird Pul Biber - und der brennt mindestens zweimal ;-)

„Heiraten? Ich? Ich bin doch verheiratet. Wie soll ich eine bessere Frau finden als Aphrodite?“ Wer kann das schon von seiner Frau behaupten oder andersherum: Welche Frau wäre nicht überglücklich, wenn ihr Ehemann nach vielen gemeinsamen Jahren noch derart ins Schwärmen geriete? - 

Im Falle Kenan T. Erims hielt die Beziehung an die 30 Jahre an und erst sein Tod 1990 sollte die Liebenden scheiden. Dabei gab es in der leidenschaftlichen Verbindung der beiden weder Sex noch Eifersucht und auch sollte die Ehe kinderlos bleiben, betrachtet man nicht die ausgegrabenen und wieder aufgerichteten Tempel, Säulen und Tore sowie zahllose Exponate in den großen Museen der Welt als ihre Kinder, als Früchte einer großen Lebensaufgabe. Denn Kenan T. Erim war Archäologe und seine Aphrodite war keine Frau aus Fleisch und Blut, sondern das gewaltige Grabungsgelände der antiken Kultstätte Aphrodisias im Süden des Mäandertales. 

 

Wir haben uns schweren Herzens auf den Heimweg gemacht, haben Abschied von Sebastian, Murat und den netten Burschen des Iskelem-Teams in der Gökova-Bucht genommen und sind - sozusagen als Ausklang und Krönung unserer „Götter, Gräber und Geschichten“-Tour noch einmal kräftig ins Landesinnere vorgestoßen, um den in Stein gehauenen Verführungskünsten der griechischen Liebesgöttin Aphrodite zu erliegen. Wie könnte man sich die Tristesse einer jeden Heimreise besser versüßen?

 
Wunderschöne Steinmetzarbeiten am Tetrapylon
Wunderschöne Steinmetzarbeiten am Tetrapylon

Akyaka schläft noch halb an diesem Morgen und auf der fantastisch angelegten Serpentinenstraße hinauf auf die Hochebene von Muǧla gibt es kaum Gegenverkehr. Großes Kino mit tollen Breitbildpanoramen von der Gökova-Bucht und sattgrün bewaldeten Bergtälern. Weiter nach Tavas streift die Straße die ärmlichen Ortschaften Gölçük und Çakmak und gestattet Einblicke in ein völlig touristenfreies türkisches Dorfleben. Von Zeit zu Zeit haben die türkischen Straßenbauer noch ein paar staubige Überraschungen eingebaut, doch unterm Strich sind Erdoǧans Straßenprojekte erstaunlich weit vorangeschritten. 

 

Noch vor wenigen Jahren fuhr man im Hinterland der Türkei über weite Abschnitte auf Schotter - heute sind die meisten Verbindungsstraßen asphaltiert, und zwar mehrspurig, zugleich aber auch landschaftsverachtend und bergeverschiebend direkt. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist bekanntlich eine Gerade, und so fackeln türkische Passtraßen oft nicht lange, sondern erstürmen die Berghöhen mit maximal zwei, drei Kehren in der Trassenführung. 

 
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So

31

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 8: Tolle Tage im Taurus

Von Patara über Kaş und Myra nach Finike und Arykanda

Die letzten lykischen Stationen dieser Reise liegen vor dem Vorderrad: Myra mit seinen weltberühmten Felsengräbern sowie einem der besterhaltenen antiken Theater und Arykanda, ein relativ unbekanntes archäologisches Highlight in den Taurusbergen der Bey Dağları. 

 

Von Patara aus geht es auf der 400er zügig nach Kaş. Kurz vor der britischen Ferienbastion Kalkan drängt die Küstenstraße in steiler Höh’ ganz nah an den felsigen Abgrund und bietet einen wunderbaren Blick auf die Bucht und den ehemals pittoresken Hafen des Ortes. Lange ist’s her - gute 25 Jahre und was ich in meiner Erinnerung als schön und behaltenswert abgelegt habe, hat sich inzwischen nach einem unvorstellbaren Bauboom krakenhaft am Berghang ausgebreitet. Zwar immer noch vorrangig weiß getüncht, macht einem Kalkan inzwischen eher Angst als dass dieser Ort noch einladend oder gar idyllisch wirkt. Apartmenthäuser ohne Ende und die vielen Schilder der Immobilienmakler und Bauunternehmen beweisen, dass noch kein Ende dieser fatalen Entwicklung abzusehen ist. Britische Makler sind es vorrangig, die ihren finanzkräftigen Kunden unzählige Objekte in Kalkan verkauft haben und so hat man unten im Ortskern wirklich nicht mehr den Eindruck, sich noch in der Türkei aufzuhalten. Kalkan hat jeden originalen Charakter längst verloren und teilt dieses Schicksal mit vielen ehemals charmanten Küstenorten rund um das gesamte Mittelmeer.

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Sa

30

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 7: Ein Tag in der Inselwelt rund um Kekova

Patara - Pansyion "St. Nicholas"
Patara - Pansyion "St. Nicholas"
Der kleine Hafen von Üçaǧız
Der kleine Hafen von Üçaǧız

Wir haben uns eine kleine Auszeit in Patara verordnet. Mustafa hat sein Versprechen wahrgemacht und die Kunden seiner Pension "St. Nicholas" und seines Hotels "Delfin" zu einer Bootstour in die zauberhafte Welt der Buchten und Inseln rund um Kekova - touristisch aufreißerisch auch "Sunken City" genannt - eingeladen. In einem VW-Bus geht es zunächst über "britisch" Kalkan nach Kaş und dann weiter in den Hafen von Üçaǧız. Hier wartet ein kleines Ausflugsboot mit Sonnendeck und kurze Zeit später tuckern wir in einen kurzweiligen Tag auf See hinein.

Die Buchten und Inselwelt rund um das durch ein Erdbeben unter den Wasserspiegel gerutschte antike Kekova sind wunderschön. Mehrfach hält das Boot zu Badeaufenthalten und wir schwimmen im badewannenwarmen Meer. Mustafa hat seinen Gästen Meeresschildkröten versprochen und tatsächlich ertönt mehrfach ein aufgeregtes "Turtles, turtles", wenn die bis zu einem Meter messenden behäbigen Caretta-Meeresschildkröten ihren Kopf in direkter Nähe der Badenden aus dem Wasser recken. Mit unseren Schwimmbrillen können wir einige Male sogar Unterwasserbeobachtungen machen, was meiner grundsätzlichen Skepsis dieser Art des touristischen Amüsements allerdings neue Nahrung verschafft. Wir bleiben in den Buchten selten lange allein, denn inzwischen gibt es nicht Dutzende, sondern Hunderte von Bootsanbietern an der lykischen Küste und ALLE wollen ihren Gästen ein "Turtle Event" bieten. Wenn man mal unter Wasser taucht und sich anhört, wie ein dröhnender Schiffsdiesel klingt und wenn man sich darüber hinaus vorstellt, dass die Boote nicht mit Salatöl fahren und schon gar nicht alle lupenrein gewartet werden und wenn man dann an Bord beobachtet, dass sich alle Schwimmer zunächst mal ganzkörperlich mit Sonnenschutzmitteln einseifen, dann ist der Schildkrötentourismus zu Wasser unterm Strich keine Ferienromantik, sondern schlichtweg eine irnorante Umweltsünde. 

 

Üçaǧız
Üçaǧız
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Fr

29

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 6: Von Dalyan über Fethiye nach Patara

Wer ist schneller? - Ureinwohner Dalyans, die Caretta caretta-Meeresschildkröte
Wer ist schneller? - Ureinwohner Dalyans, die Caretta caretta-Meeresschildkröte

Sonntagmorgen am Dalyan-Fluss. Wir fangen ein paar schöne Motive ein, nutzen das weiche Morgenlicht für Aufnahmen von den Felsengräbern und vom langsam erwachenden Leben am Fluss. Beschauliche Szenen, die nach der Hektik des gestrigen Abends wie Balsam wirken. Gegen elf sind wir wieder auf der Bahn, und die gut ausgebaute 400er Landstraße bringt uns zügig über den anspruchslosen Göcek Gecidi-Pass nach Fethiye

Flüssigkeit tanken in Fethyie
Flüssigkeit tanken in Fethyie

Irgendwas ist in den letzten paar Jahren, in denen wir uns primär im Hinterland der Türkei herumgetrieben haben, an uns vorübergegangen. Gab es da einen Staatsvertrag zwischen den Türken und den Engländern in Sachen Okkupationsrecht an lykischen Küsten? Und dürfen die Briten jetzt wieder ungestraft ihrem Hang zur Kolonialisierung nachgehen? Fethiye ist jedenfalls alles, nur nicht türkisch. Und das kann einem wirklich mächtig auf den Geist gehen, wenn sich halb Birmingham und Manchester tattoogeschmückt durch die Straßen wälzt. Wir folgen dem touristischen Falkland-Feldzug noch bis hinab zum Einstieg zur einstigen Traumlagune Ölüdeniz, dann reißt der Geduldsfaden laut hörbar und Michaela muss sich die Ohren zuhalten. An den blendend-weißen Stränden (eigentlich wunderschön!), die der Lagune vorgelagert sind,  geht jetzt im August dermaßen die Post ab, dass man einen hohen Zaun gezogen hat und die Zufahrt zur Lagune zeitweise gesperrt wird, weil man dem Besucherandrang nicht mehr Herr wird. 

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Do

28

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 5: Von Knidos zu den Schildkröten nach Dalyan

Dorfszene oberhalb von Mesudiye im äußersten Westen der Resadiye-Halbinsel
Dorfszene oberhalb von Mesudiye im äußersten Westen der Resadiye-Halbinsel
Frühstück im "Hoppala-Garden"
Frühstück im "Hoppala-Garden"
Mandeln klopfen nach der Ernte
Mandeln klopfen nach der Ernte

Es ist schön im "Hoppala-Garden" von Sevgin und Salih, also wird es mal später Vormittag, bis wir loskommen. In den einfachen Dörfern an der Serpentinenstraße nach Mesudiye lassen sich noch typische Szenen beobachten, die das harte und ertragsarme Alltagsleben der Menschen in diesem entlegenen Teil der Resadiye-Halbinsel repräsentieren. So werden zum Beispiel nach der Mandelernte die Früchte zunächst einmal von ihrem Fruchtfleisch befreit. Anschließend muss die harte Fruchtschale mühevoll mit einem Hammer aufgeklopft werden, um an den essbaren Mandelkern zu gelangen. Eine zeitaufwendige, harte Arbeit, die - gemessen am bundesdeutschen Marktpreis für Mandeln - in keiner Weise gebührend entlohnt wird. Wir haben in Kas für eine gut gefüllte Tüte eisgekühlter(!) Mandeln am Karren der Strandverkäufer 10 TL bezahlt; das entspricht in etwa 3,50 Euro. Und nun vergleichen wir mal, was bei uns in Deutschland ca. 200 Gramm geschälte Mandeln kosten. Und wieviele Zwischenhändler wollen dabei unterwegs noch mitverdienen...?

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Mo

25

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 4: Auf der Resadiye- Halbinsel nach Knidos

Akyaka - das Dorado der Windsurfer am Ende der Gökova-Bucht
Akyaka - das Dorado der Windsurfer am Ende der Gökova-Bucht
Alles klar - tamam,tamam :-)
Alles klar - tamam,tamam :-)

Nach einem sehr erholsamen Ruhetag auf einer Liege unterm Sonnenschirm (So verbringen manche Menschen ihren kompletten Urlaub.. ;-)) sind wir wieder auf Achse. Akyaka am Ende der windreichen Gökova-Bucht ist unter Surfern schon seit langem kein "Geheimtipp" mehr, wie das Foto anschaulich verdeutlicht. Wer nicht konzentriert surft, verheddert seinen Schirm mit dem eines "Mitbewerbers" und genießt fortan die Vorteile des Tandem-Flugs.

Auch eine Form der Kontaktaufnahme... ;-)

Der Blick auf die Bucht ist von der Passstraße zum Cetibeli (550m) möglich, einem Bergpass, der die Enduros kurz, aber heftig auf ein Plateau hievt, mit schönen Ausblicken auf die Bucht belohnt, um kurz darauf nochmals entschlossen auf den Bergrücken des Balaban Dagi (1000m) hinaufzuklettern. Türkische Straßenbauer fackeln dabei nicht lange, sondern nehmen Steigungen gern direttissima. Der KTM gefällt's, darf sie doch endlich mal einen Teil ihrer 150 PS aktivieren...

 

 

Blick auf das Häusermeer von Marmaris
Blick auf das Häusermeer von Marmaris

Oben auf der Passhöhe schließt man dann freiwillig das Gas - so schön geht der Blick hinab auf die Inselwelt der Bucht von Marmaris. Allah, hier hast Du es besonders gut mit den Menschen gemeint. Und auch wenn alles da unten im fahlen Licht der Mittagshitze flimmert, so wird die Abfahrt hinab in den drittgrößten Fährhafen an der Ägäisküste der Türkei ein erhabener Gleitflug, der dich aufsaugt, endlos andauern könnte, dich an seinem Ende aber abrupt in das Häusermeer von Marmaris entlässt und damit schlagartig wieder erdet. Ganz so schlimm wie in Bodrum ist es verkehrstechnisch aber nicht, denn die nach Datca ausgeschilderte Straße hält sich nicht mit dem sonst in türkischen Städten üblichen Häuserkampf auf, sondern touchiert lediglich Marmaris' Vorstadtbezirke  und schon bald verabschiedet einen die palmengeschmückte Umgehungsstraße Richtung Resadiye-Halbinsel. Gewonnen! Eine weitere Passstraße mit heftig missbrauchtem, verdieseltem Belag kurvt nach Yavacik hinauf und pfeilt als Landstraße 400 zielstrebig westwärts. Der Lohn des Schweißbades: ein spektakulärer Bellavista auf die Schären der Marmaris-Halbinsel, die ihre vielen Zehen wie zur Abkühlung in die Gökova-Bucht zum Fußbad taucht. Die Straße wechselt mehrfach die Küste, gut ausgebaute, schnelle Passagen, welche die KTM die Tonlage wechseln lassen, dann gibt es immer häufiger kleine Abstecher zur Hisarönü-Bucht auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel, die an kleinen, schnuckeligen Badestränden enden und investitionsfreudige Touri-Manager verführt haben, zwischen Emecik, Aktur und Datca perfekt abgeschottete Ferienoasen als "Clubs" zu installieren. Hier bekommen flugverwöhnte Briten, Holländer, Franzosen, Italiener und Deutsche alles aus einer Hand, was einen gelungenen "Ich-lass-mich-jetzt-mal-zwei-Wochen-verwöhnen-Urlaub" gelingen lässt. Apartment, Liege, Schirmchen, Café, Restaurant, Liegeinseln, Market, Kuaför (Frisör) und abends ein landestypisches Unterhaltungsprogramm oder alternativ den Dolmusch-Shuttle nach Marmaris in die Vergnügungsviertel der Stadt. Man kann diesem All-inclusive-Trend offensichtlich nirgendwo mehr entkommen. Wenn man allerdings am Pförtnerhäuschen dieser Anlagen erstmal betteln muss, um die Erlaubnis zur Beäugung von Strand und Küste zu erhalten, dann bläht sich schon das eine oder andere Mal der Kragen unter dem Helm.

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So

24

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 3: Rund um die Gökova-Bucht

Blick auf Kizilagac im bergigen Hinterland von Bodrum
Blick auf Kizilagac im bergigen Hinterland von Bodrum
W a s s e r  (mit Cola) ... die Zweibeiner brauchen dringend eine Tankstelle
W a s s e r (mit Cola) ... die Zweibeiner brauchen dringend eine Tankstelle

Bodrums Verkehrsgewühl nervt bereits am frühen Vormittag. Irgendwie finden wir den Weg hinaus aus der Stadt und den Abzweig in die bergigen Ausläufer der Bati Mentese Daglari. Mumcular, Kizilagac an der Flanke des Yaran Dagi, Alazeytin, Ciftlikköy und schließlich wieder hinab ans Meer nach Maziköy. Eine wunderschöne Fahrt bei gut 40 Grad auf dem Bordthermometer. Mehr als einmal sind wir nahe dran, alle Sicherheitsbedenken über Bord zu werfen, die Jacken auf den Gepäckträger zu schnallen und die Fahrt im T-Shirt fortzusetzen. Die Unterscheidung zwischen Schweißbächen und Schweißströmen war uns bisher eigentlich wurscht - nun lernen wir mit jedem Kilometer gründlich dazu.

Maziköy liegt so malerisch an der felsigen Gökova-Bucht, dass wir dem Charme des Dorfes restlos erliegen. Direkt an neben einem kleinen Steinstrand und Bootsanleger gibt es mehrere einfach-rustikale Pansyions mit Restaurantbetrieb, reichlich Schatten und kühle Getränke. Su, su, su - der Inhalt einer Literflasche Wasser verdunstet noch auf dem Weg durch die Kehle, während ich die Pensionen auf der Suche nach einem Zimmer abklappere. Bei "Sahil" werden wir fündig: ein Zimmer mit Klimaanlage, die Aussicht auf einen Sprung ins kühle Meer und ein schattiges Plätzchen auf der Terrasse des Restaurants "Maziköy" genau gegenüber vom Bootsanleger. Schluss, aus, Engine-shut-down nach nur 70 km. So was hat es schon lange nicht mehr gegeben...

Sympathisch: "Otel Iskelem"/ Iskele in der Gökova-Bucht kurz vor Akyaka
Sympathisch: "Otel Iskelem"/ Iskele in der Gökova-Bucht kurz vor Akyaka

Am nächsten Tag wollen wir weit kommen - mindestens bis an die Spitze der langgezogenen Resadiye-Halbinsel, die sich vor Marmaris als überdimensionaler Zeh in die Ägäis streckt. Aber der Bummel entlang der Gökova-Küstenstraße entpuppt sich als dermaßen schön und aussichtsreich, dass unser Reisedurchschnitt auf Droschkentempo sinkt.

Und dann touchiert der Küstenweg dummerweise noch das winzige Örtchen Akyaka/Iskele: die Bucht, das kristallklare Wasser, die groben Steinplatten, von denen aus man direkt ins kühle Nass hüpfen kann, ein paar Fischerboote, ein kleiner Steg (=Iskele). Richtig: 1989 war das, auf meiner ersten großen Türkei-Rundfahrt. Und auf keiner Straßenkarte konnte ich das Örtchen wieder finden und meinen Erinnerungen nachgehen. Welch' ein Zufall! Was es damals noch nicht gab, ist das schmucke und von sehr sympathischen Menschen ökologisch verträglich geführte "Otel Iskelem", von dem wir im Teil 1 dieses bescheidenen Blogs schon berichteten. Also raus mit dem Seitenständer und für einen Tag und zwei Nächte Ruhe geben. Michaelas Zeigefinger warnt mal wieder: "Wir hatten vereinbart, dass es auf dieser Reise auch Urlaub geben wird..."

 

Und weil's hier so schön ist, gibt's eine Extra-Galerie für diesen famosen Ort!

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Mi

20

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 2: Der Weg nach Lykien

Euromos - Zeustempel
Euromos - Zeustempel

Hello again

- und willkommen zum 2. Teil unserer Bilderreise durch die Türkei. Wir beginnen im heißen und feuchtwarmen Balat Ovasi - dem fruchtbaren Schwemmland vor den Bergen der Bati Mentes. Hier lagen in der Antike strategisch wichtige Häfen der Griechen und Römer, allen voran Miletos (türk.), besser unter dem griechischen Namen Milet bekannt. Wenn man sich dem schon von weitem sichtbaren mächtigen Theater der einstigen Hafenstadt durch kilometerweite Baumwollfelder nähert, so ist es geadezu unvorstellbar, dass dort, wo man den Seitenständer der Enduros ausklappt und zwei Tickets (10 TL/Person) ordert, noch bis ins 17. Jahrhundert hinein Schiffe im Hafenbecken direkt unterhalb des Theaters schaukelten. Milets Theater zählt zu den größten der Antike - hier fanden einst zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer Platz - und ist noch erstaunlich gut erhalten. Erst als Ende des 17. Jahrhunderts alle Versuche scheiterten, der immer stärker voranschreitenden Verlandung des Hafens durch Sedimentablagerungen des Flusses Mäander Einhalt zu gebieten, gab man den Hafen auf und Milet verfiel zur Bedeutungslosigkeit.

Von einer der oberen Sitzreihen des Theaters aus lassen wir unser Kopfkino laufen und da wir am späten Nachmittag fast allein auf dem Ausgrabungsgelände sind (unglaublich!), geht die Zeitreise weit zurück bis ins 7. Jhd. v. Chr., als der griechische Philosoph Thales in Milet mit Dreiecken spielte und jenen Lehrsatz erfand, den alle Mathematikschüler dieser Welt auswendig lernen müssen: "Alle Winkel auf einem Halbkreisbogen müssen rechte Winkel sein" - den Rest habe ich vergessen... ;-)

Wer gut schmeert, der gut fährt ;-)
Wer gut schmeert, der gut fährt ;-)

Für einen Besuch des Didymaions - der bedeutendsten Orakelstätte Kleinasiens - reicht die Zeit noch am selben Abend... mit dem letzten fotoverwertbaren Büchsenlicht sozusagen. Dann bekommt Deniz sehr schlichte Pansyion noch zwei späte Gäste -- und auf dem Teller landet köstlicher Balik (Fisch) vom Grill...

 

Der nächste Morgen führt uns weiter nach Bodrum. Unterwegs Zwischenstation in Euromos am Zeustempel, einem der besterhaltenen antiken Bauwerke der Türkei. Von den 32 Säulen des Tempels stehen immerhin noch 16 - also Gas weg und leise anrollen mit der KTM, sonst fliegt der Rest auch noch um ;-)

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Fr

15

Aug

2014

Türkei-Reise, Teil 1: Anreise und Ägäisküste

Auf hellenistisch-römischen Spuren

Hos geldiniz - wir sind endlich in der Türkei
Hos geldiniz - wir sind endlich in der Türkei

Seit elf Tagen sind wir unterwegs. Wie angekündigt wird es auf dieser Türkeireise keinen Tagesblog geben, sondern wir melden uns von Zeit zu Zeit mit einigen Bildern aus den Reiseregionen Karien und Lykien. Inzwischen haben wir gut 3300 Kilometer abgespult, von zu Hause weg auf Achse, problemlos, ohne irgendwelche Ausfälle an den Bikes. Allah korusun - danke, dass Du unseren Weg wieder gut beschützt.

 

Die Anreise über Nürnberg, Passau, Wien, Györ (Ungarn), Budapest, Belgrad (Serbien), Nis, Skopje (Mazedonien), Thessaloniki (Griechenland), Kavala, Alexandroupoli an die griechisch-türkische Grenze bei Ipsala nahm dreieinhalb Tage in Anspruch und war geprägt von ständigen Wettrennen mit teilweise sehr heftigen Gewittern und sintflutartigem Regen. 

 

Gut fünfzig Kilomter vor Nis hat es uns in den frühen Abendstunden dermaßen heftig erwischt, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. In Ermangelung einer verfügbaren Unterkunft (keine Pension, kein Hotel, kein Motel) haben wir kurzerhand unser Notzelt unter dem Dach einer "Raststätte" aufgeschlagen und mit einem trockenen Sandwich und zwei Bieren zu Abend diniert. Die Nacht war idyllisch: Blitz und Donner, dazwischen ständig Reisebusse, deren Chauffeure direkt neben dem Zelt den Motor laufen ließen (Klimaanlage!), bis dreißig-vierzig Passagiere sich auf dem einzigen noch funktionierenden Klo erleichtert hatten. Balkan wie früher zu Zeiten des chaotischen "Autoput"...

 

Die unsichere und auch jahreszeitlich eher untypische Wetterlage mit schwül-heißen Tagen und abendlichen Gewittern verfolgte uns noch bis auf die Höhe von Izmir und selbst auf der Höhe von Marmaris, wo wir derzeit in dem kleinen Küstenort Iskele eine Auszeit nehmen, ist es tagsüber nicht nur megaheiß, sondern unangenehm drückend schwül, so dass Motorradfahren mit Sicherheitsbekleidung eine echte Überwindung darstellt.

 

"Götter, Gräber und Geschichten"

In der heutigen kleinen Bildergalerie wandern wir auf den ersten griechisch-römischen Spuren an der Ägäisküste der Türkei. Hier liegen nicht nur moderne Handelszentren und Antike hauteng beieinander, sondern auch zwischen buntem Tourismus an der Küste und dem kargen und armen Landleben in den Dörfern des Hinterlandes liegen meist nur wenige Kilometer. Unglaublich, teilweise beklemmend und sozial mehr als fragwürdig...

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Sa

02

Aug

2014

Neues Reiseprojekt "Türkische Ägäis / Lykien"

"Götter, Gräber und Geschichten"

- Wo sich Griechen, Römer und Türken begegnen -

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